Paraguay

Paraguay unter den Ländern mit den geringsten Investitionen in Soziales


Indigene Kinder auf der Straße

In Paraguay leben Dutzende indigene Kinder auf Straßen und Plätzen der Hauptstadt Asunción. Foto: Telesur

(Caracas, 3. Januar 2018, telesur).- Einer Studio der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und der Karibik CEPAL (Comisión Económica para América Latina y el Caribe) gemäß befindet sich Paraguay unter den drei Ländern Lateinamerikas, die am wenigsten Mittel für soziale Investitionen zur Verfügung stellen.

Zwischen 2003 und 2004 gab Paraguay 129 US-Dollar pro Kopf für den öffentlichen Sektor aus. Im Jahr 2013 lag der Betrag bei  305 US-Dollar pro Einwohner*in. Dem gegenüber sind im gleichen Zeitraum die durchschnittlichen pro-Kopf-Ausgaben in Lateinamerika von 374 auf 969 US-Dollar gestiegen.

„Die Kluft zu den Investitionen anderer Länder hat sich verdoppelt. Zusammenfassend gesagt müsste Paraguay sein Budget für den Sektor ‚Gesundheit und Bildung‘ verdreifachen, um sich dem Durchschnitt anzunähern, der in der Region für soziale Investitionen verzeichnet wird“, erklärte der Koordinator der Nichtregierungsorganisation ‚Decidamos‘ (Wir entscheiden), Enrique Gauto.

Viele indigene Kinder leben auf der Straße

Gauto unterstrich, dass „es notwendig ist, dass das Land sein Budget im Bereich ‚Gesundheit und Bildung‘ erhöht, um sich der derzeitigen durchschnittlichen sozialen Investition in der Region anzunähern“.

Die von der Kommission CEPAL durchgeführte Studie beinhaltet auch Informationen der Koordinatiosstelle für die Rechte der Kinder und Jugendlichen CDIA (Coordinadora por los Derechos de la Infancia y la Adolescencia), die besagten, dass einige Programme gekürzt worden seien und in anderen Fällen das Budget verzögert freigegeben werde.

Alleine im Jahr 2017 wurden 451 indigene Familien von der Abteilung für indigene Völker des Kinder- und Jugendministeriums SNNA (Secretaría Nacional de la Niñez y la Adolescencia) befragt. Diese erklärten, dass die Anzahl der auf der Straße lebenden indigenen Kinder auf fehlende, konkrete Angebote für indigene Erwachsene zurückzuführen sei.

CC BY-SA 4.0 Paraguay unter den Ländern mit den geringsten Investitionen in Soziales von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

onda-info 456
36
Hallo und willkommen zum onda-info 456. Wir beginnen mit einem längeren Beitrag über die Migration aus Mittelamerika in Richtung USA. Diese war ein Fokus des 8. Weltsozialforums, welches Anfang November letzten Jahres in Mexiko statt fand. Laurie Stührenberg und Jonathan Moret nahmen nicht nur am Weltsozialforum teil, sondern gingen auch auf die Straße um mit Mitgliedern der in Mexiko-Stadt ankommenden Migrant*innen-Karawane zu sprechen. Ihr Bericht gibt einen Einblick in ...
Indígenas aus Venezuela auf der Flucht nach Brasilien
136
(Lima, 9. März 2019, Servindi).- Die Krise in Venezuela hat viele Bevölkerungsgruppen erreicht. Das indigene Volk der Pemón, das im Süden der Region Bolivar lebt, hat es in den letzten Monaten besonders hart getroffen. Die ständigen Konfrontationen mit der Bolivarischen Nationalgarde GNB haben zur Vertreibung dieses Volkes geführt. Seit Ende Februar migrieren Hunderte Pemón-Indígenas aus Venezuela nach Brasilien. Allein in der Stadt Pacaraima sind mehr als 200 Pemones eingetr...
Indigene schützen fast die Hälfte des Waldbestandes in Mittelamerika
105
(Lima, 11. Februar 2019, servindi).- In Mittelamerika kümmern sich indigene Gemeinschaften um 48 Prozent der Waldfläche. Dies zeigt eine Karte, die die Nichtregierungsorganisation Unión Internacional para la Conservación de la Naturaleza (UICN) bereits 2016 erstellt hat. Die UICN setzt sich für Natur- und Artenschutz sowie für eine nachhaltige, schonende Nutzung von Ressourcen ein. Ein weiterer Beleg dafür, dass Wälder bei Indigenen in den besten Händen sind. Wälder bedeck...
onda-info 453
118
Hallo und Willkommen zum onda-info 453! Zunächst nach El Salvador: Ihr erhaltet ihr einen kurzen Überblick über die Präsidentschaftswahlen und den zukünftigen, etwas konturlosen Präsidenten Nayib Bukele. „Land, Kultur, Autonomie, die indigene Bewegung im Cauca“ heißt die im Januar 2019 vom Kollektiv Zwischenzeit herausgegebene Broschüre zu Kolumbien. In 22 Artikeln wird die emanzipatorische Bewegung der indigenen Gemeinschaften im Cauca im Südwesten Kolumbiens so eindri...
Radios Comunitarias und der Kampf gegen den Bergbau
58
Im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca wurden über 300 Bergbau-Konzessionen vergeben. Doch in vielen der betroffenen indigenen Gemeinden formiert sich Widerstand gegen den Abbau von Gold, Silber und anderen Erzen. Eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Minen spielen die "Radios Comunitarias" der Gemeinden.