Nicaragua

Oppositionsbündnis CND nimmt nicht an Präsidentschaftswahlen teil – Ortega einziger Kandidat


Wahlpropaganda aus früheren Zeiten (Foto von 2012) - im November 2016 werden die Bürger*innen sowieso niemandem anders ihre Stimme geben können / Foto: Rosa_Poser, CC BY 2.0

Wahlpropaganda aus früheren Zeiten (Foto von 2012) – im November 2016 werden die Bürger*innen sowieso niemandem anders ihre Stimme geben können / Foto: Rosa_Poser, CC BY 2.0

(Lima, 30. Juni 2016, noticias aliadas-poonal).- Das Bündnis Landesweite Koalition für die Demokratie CND (Coalición Nacional por la Democracia) wird nicht an den Präsidentschaftswahlen am 6. November dieses Jahres teilnehmen. Das erklärte die stärkste oppositionelle Kraft in Nicaragua hat am vergangenen 16. Juni. Das aus acht Parteien bestehende Bündnis, zu dem auch die Bewegung zur Erneuerung des Sandinismus MRS (Movimiento de Renovación Sandinista), die Liberale Unabhängigkeitspartei PLI (Partido Liberal Independiente) und der Nicaraguanische Widerstand RN (Resistencia Nicaragüense) gehören, entschied sich zum Rückzug von den Wahlen, nachdem der Oberste Gerichtshof Nicaraguas entschieden hatte, dem Bündnis die legale Repräsentation der PLI nicht mehr zu erlauben.

Damit ist der gegenwärtige Präsident Daniel Ortega von der Landesweiten Sandinistischen Befreiungsfront der einzige Kandidat für das Amt und könnte zum dritten Mal hintereinander wieder gewählt werden. Insgesamt tritt Ortega damit zum siebten Mal als Präsidentschaftskandidat an.

Angesichts der Ablehnung Ortegas, unabhängige Wahlbeobachter*innen zuzulassen, wurde von der katholischen Kirche scharfe Kritik laut. Sie unterstellte Ortega den Versuch, „ein Einparteiensystem“ installieren zu wollen und forderte freie, transparente und pluralistische Wahlen mit lokalen und ausländischen Wahlbeobachter*innen.


Das könnte dich auch interessieren

Nicaraguas widersprüchliche Wirtschaftsentwicklung von Nelson Rodríguez (Radio Universidad, Managua) und Markus Plate (Fortaleza, 20. Januar 2016, voces nuestras-radio universidad).- Nicaragua geht es gut! Zumindest wenn man nach den offiziellen Zahlen geht, die Ovidio Reyes, der Präsident der nicaraguanischen Zentralbank in der vergangenen Woche am 12. Januar vorstellte: Seit dem Wahlsieg der Sandinist*innen im Jahr 2007 erfreue sich Nicaragua eines robusten Wirtschaftswachstums und die Inflation habe sich von zwei auf ein ...
Quer durch die Demokratie – Nicaraguas Kanalprojekt und die Menschenrechte von Markus Plate (Berlin, 18. Dezember 2015, npl-voces nuestras).- Während Nicaraguas Präsident Daniel Ortega durch das 40 Milliarden US-Dollar teure Projekt Hunderttausende neuer Arbeitsplätze verspricht, symbolisiert der Nicaragua-Kanal für andere die Aushöhlung der Demokratie und eine ökologische Katastrophe. Viele halten das ganze Projekt gar für ein lukratives Luftschloss. Auf solche Kritik reagiert Nicaraguas Regierung zunehmend allergisch. Bedrohtes UNESCO-Biosphär...
Nicaragua: System Ortega statt Demokratie Von Markus Plate Daniel Ortega, ehemals Revolutionsführer und seit 2007 Präsident Nicaraguas, hat sich erst im November seine dritte Amtszeit gesichert – und wird das zentralamerikanische Land fünf weitere Jahre regieren. Warum auch nicht? Die Wirtschaftsentwicklung ist positiv, Sozialprogramme helfen den Ärmsten, Wohlhabende zahlen wenig Steuern, die Kriminalität ist gering. Richtig faire und freie Wahlen wollte Ortega dennoch nicht riskieren. Denn die Achtung der Men...
onda-info 403 Hallo und willkommen zum onda-info 403! Nach Nachrichten aus Mexiko und Guatemala steht in den Beiträgen vor allem Zentralamerika auf dem Zettel. Zunächst geht’s nach Nicaragua. Die Wirtschaftsentwicklung unter dem neuen Dauerpräsidenten Ortega ist positiv, die Kriminalität gering. Dafür spielen Pressefreiheit und die Achtung der Menschenrechte im System Ortega eine untergeordnete Rolle. Für den zweiten Beitrag haben wir die afro-indigenen Garífuna in Honduras besucht. Sie so...
onda-info 401 Hallo und willkommen zum onda-info 401! Wir haben erstmal ein paar Nachrichten für euch: Zur Wasserprivatisierung in Nordmexiko, zu den anstehenden Wahlen in Ecuador und dem mexikanischen Telekommunikationsgesetz. Danach haben wir einen Beitrag aus unserer Radioreihe “Menschenrechte und Unternehmen” über ein Problem, das nicht auf Lateinamerika beschränkt ist: Pestizide. Zum Schutz der Anpflanzungen verseuchen sie Boden und Grundwasser. Auch deutsche Unternehmen wie Bay...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.