Mexiko

Oaxaca – Zentrum von Gewalt und Entführungen von MigrantInnen


von Nubia Piqueras Grosso

alt(Havanna, 07. Januar 2011, prensa latina).- Alejandro Solalinde Guerra, katholischer Priester und Leiter der Herberge für Migrant*innen “Hermanos en el Camino” in Ixtepec im Südosten von Oaxaca, bezeichnet diesen Bundesstaat als Zentrum der organisierten Entführung von Migrant*innen. Ihm zufolge wird dieses kriminelle Geschäft von Mitgliedern der Maras von M-13, der Zetas und der lokalen organisierten Kriminalität kontrolliert.

Solalinde beschreibt wie die Migrant*innen, die aus Mittelamerika mit dem Zug über Chiapas nach Oaxaca gelangen, vor der Gewalt und den fehlenden Arbeits- und Lebensperspektiven in ihren Ländern fliehen und mit der Illusion eines besseren Lebens in den USA die Reise antreten. Doch diese verwandelt sich für die meisten in einen Leidensweg.

Organisierte Kriminalität profitiert von Migrationspolitik

“Die kriminellen Banden sind gut organisiert”, erläutert Solalinde: “Sie verfügen über geschützte Häuser. Sie wissen, dass den armen Menschen die Familie wichtiger ist als das gesparte Geld.” Der anhaltende Strom von Migrant*innen biete immer wieder neue Gelegenheiten, sie als Geiseln zu missbrauchen. Die organisierte Kriminalität profitiere damit von der Migrationspolitik des Staates und seinen Gesetzen. Denn diese zwingen die Menschen, unsichere und nicht offizielle Wege zu suchen, um das Land zu durchqueren und in die USA zu gelangen.

Für Solalinde ist das Szenario klar und deutlich. Die Migrant*innen seien „der Rohstoff und die Quelle, an der man sich an allem zu bereichern versucht: Menschen- und Organhandel, Prostitution, Erpressung, Entführung und Drogenschmuggel – alles möglichen Formen der Ausbeutung, die man sich vorstellen kann.”

Regierung will mit Aktionsplan kontern

Dem gegenüber steht nun das Nationale Programm zur Verhütung und Bestrafung des Menschenhandels. Es wurde am 6. Januar 2011 im Amtsblatt der mexikanischen Regierung veröffentlicht. Verkündet von Präsident Felipe Calderón hat es zum Ziel, die Rechtsnormen und Gesetze zur Prävention, Verfolgung und Bestrafung des Menschenhandels wirksam umzusetzen.

Das Innenministerium informierte dazu, dass zu den vier Zielen des Programms der Schutz und die Betreuung der Opfer insbesondere der Kinder als gefährdetster Gruppe gehöre. Darüber hinaus erachtet die Regierung es für wichtig, Kampagnen zur Sensibilisierung und Prävention zu erarbeiten, sowie die Bevölkerung zu Strafanzeigen zu ermutigen. Zudem soll ein bundesweiter Bericht mit Statistiken zum Menschenhandel erstellt und ein Datensystem zur Erfassung und Suche nach den Verschwundenen eingerichtet werden.

(Foto: Flickr)

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