Haiti

Nördlicher Grenzübergang von Haiti in Dominikanische Republik gesperrt


Das Tor über den Fluss Dajabón in die Dominikanische Republik und zum Markt ist vorerst zu / danisj, CC BY-NC 2.0, Flickr(Santo Domingo, 08. Januar 2013, prensa latina).- Für tausende Haitianer*innen bleibt seit wenigen Tagen der Zugang in die Dominikanische Republik über den nördlichen Teil der Grenze versperrt, weil sie nicht im Besitz gültiger Aufenthaltsgenehmigungen sind. Ein großer binationaler Markt, der gewöhnlich montags und freitags in der Grenzstadt Dajabón auf dominikanischer Seite stattfindet, wird daher bis auf Weiteres ausfallen.

Informationen der örtlichen Presse zufolge wurde der Grenzposten von mit Maschinenpistolen bewaffneten Sondereinheiten des Militärs sowie Mitgliedern der Staatspolizei und der Einwanderungsbehörde besetzt.

Vermittlungsversuch von Jesuitenpater offenbar gescheitert

Regino Martínez, Jesuitenpater und Koordinator der Nichtregierungsorganisation “Solidaridad Fronteriza”, unterstützt die von der Grenzsperrung betroffenen Haitianer*innen und erklärte, man werde die Situation bis zur Aufhebung der Grenzschließung im Auge behalten. Martínez hatte im Dezember von der Einwanderungsbehörde Einreisegenehmigungen für die im Nordwesten der Dominikanischen Republik tätigen Arbeiter*innen beantragt, die über die Feiertage ihre Familien in Haiti besuchen und Anfang Januar in die Dominikanische Republik zurückkehren wollten.

Laut Angaben der dominikanischen Migrationsbehörde habe man eine Liste mit den Namen der Arbeiter*innen erstellt, aber nur vier Personen hätten sich bei der Rückkehr an die Behörde gewandt. Die übrigen Arbeiter*innen verfügten nicht über gültige Aufenthaltsgenehmigungen, weshalb das Alles strömt zum Markt nach Dajabón (Foto vom Mai 2012) / danisj, CC BY-NC 2.0, FlickrAbkommen mit dem Jesuitenpater für sie nicht gelte, so die Behörde.

Presseberichten zufolge habe der Leiter der Migrationsbehörde bei Vermittlungsversuchen am Abend des 7. Januar vorgeschlagen, jene 280 Haitianer*innen die Grenze passieren zu lassen, die einen Reisepass, jedoch kein Visum besitzen. Daraufhin unterstrich Pater Martínez, dass er eine Einreise für alle Haitianer*innen erwirken wolle.

Nur 9.000 Haitianer*innen mit Aufenthaltserlaubnis fürs Nachbarland

Die Dominikanische Republik und Haiti bilden gemeinsam die Insel La Española. Offiziellen Angaben zufolge leben zwischen einer und zwei Millionen Haitianer*innen in der reicheren Nachbarrepublik. Die Mehrheit ist im Baugewerbe, in der Landwirtschaft oder im Haushalt beschäftigt. Der Leiter der Migrationsbehörde hatte Ende November erklärt, offiziell seien genau 9.385 Haitianer*innen mit einer Aufenthaltserlaubnis für die Dominikanische Republik registriert.

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