Argentinien

Nobelpreisträger kritisiert Haltung der Regierung beim Gletscherschutz


(Berlin, 17. November 2008, poonal-púlsar).- Adolfo Pérez Esquivel, argentinischer Friedensnobelpreisträger, hat Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner scharf für ihre Haltung zum Gletscherschutzgesetz kritisiert. Argentiniens Präsidentin hatte am 13. November ein Veto gegen ein von beiden Kammern des Kongresses genehmigtes Gesetz zum Schutz der Gletscher eingelegt. Esquivel, Initiator des Mitte November begonnenen Forums für mehr soziale Gerechtigkeit (Foro de Pensamiento y Construcción Social), sagte, dass Kirchner einerseits einen „progressiven Diskurs“ führe, aber auf der anderen Seite konsequent das neoliberale Modell durchsetze.

Das Gletschergesetz sollte Gletscher schützen, die natürliche Reserven an Süßwasser, Gold und Kupfer enthalten. Es schrieb minimale Standards vor, um die Gletscher und die entsprechenden Umweltzonen zu schützen und bestimmte, diese Zonen stellten „strategische Reserven“ für Süßwasser dar. Im Rahmen des Gesetzes sollten Aktivitäten, die umweltverschmutzende Substanzen freisetzen, die Bebauung der Gletscherzonen, Bergbau- oder industrielle Unternehmungen eingeschränkt bzw. ganz verboten werden.

Das Gesetz hätte vor allem eine Beeinträchtigung ausländischer Bergbauunternehmen dargestellt, die in den entsprechenden Zonen Ausgrabungen vornehmen wollen. Betroffen gewesen in ihren Interessen wären jedoch auch Gouverneure aus einigen Kordillerenregionen, die im Rahmen der lokalen Entwicklung für eine wirtschaftliche Nutzung der Gletscherregionen sind.

Die Bergbauunternehmen werden von sozialen Organisationen und den Bewohner*innen der Gebiete beschuldigt, Wasser, Luft und Erde mit Zyanid zu verschmutzen, eine giftige Substanz, die beim Goldabbau das Gold vom Stein trennt.

Adolfo Pérez Esquivel hält den durch den Bergbau verursachten Schaden für „ernorm” und erklärte, dass „die Präsidentin die Natur weiter zerstört, anstatt sie zu schützen“. „Die Gletscher interessieren sie nicht, sondern nur die Zukunft der großen transnationalen Unternehmen.“

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