Kuba

Niedrige Geburtenrate durch Empfängnisverhütung nach Wunsch


von Dixie Edith

Foto: Edgar Rubio, CC BY-NC-SA2.0,  flickr(Lima, 17. August 2012, semlac-poonal).- Die flächendeckende Verfügbarkeit von empfängnisverhütenden Mitteln und ein gesetzlich garantierter und kostenloser Zugang zu Schwangerschaftsunterbrechungen tragen mit zu der niedrigen Fruchtbarkeit kubanischer Frauen bei. Dies bestätigen spezielle Erhebungen.

 

Schon in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre konnte die Nutzung von und das Wissen um Verhütungsmethoden unter Kubas Frauen als hoch eingestuft werden. Dies zeigen auch die Ergebnisse der landesweiten Umfrage zur Fertilität (Encuesta Nacional de Fecundidad), die vom damaligen Institut für Statistische Forschungen, dem heutigen Zentrum für Bevölkerungsstudien und Entwicklung CEPDE (Centro de Estudios de Población y Desarrollo) entwickelt wurde.

Eine spätere Untersuchung aus dem Jahre 1995 mit dem Titel “Soziokulturelle Charakteristika des Schwangerschaftsabbruchs in Kuba” bestätigte die Erkenntnisse des vorangegangenen Jahrzehnts und stellte sogar eine Erhöhung der Zahl von Abbrüchen fest.

72 Prozent der Frauen nutzen moderne Verhütungsmethoden

Eine im Jahr 2000 mit 4.984 sexuell aktiven Frauen durchgeführte Studie des kubanischen Ministeriums für öffentliche Gesundheit MINSAP (Ministerio de Salud Pública), die vom UN-Kinderhilfswerk UNICEF unterstützt wurde ergab, dass Kuba, dass der Verbreitungsgrad moderner Methoden der Schwangerschaftsverhütung 72,1 Prozent beträgt.

Dieser Indikator, auch bekannt als kontrazeptive Prävalenzrate mit modernen Methoden CPR (Contraceptive Prevalence Rate) bezieht sich auf den Prozentsatz von sexuell aktiven Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren, die derartige Methoden anwenden.

Kaum Unterschiede zwischen Land und Stadt

Die Studie aus dem Jahr 2000 bestätigte auch, dass es „kaum Unterschiede zwischen den Regionen sowie zwischen ländlichen und urbanen Räumen gibt. Etwas stärker ausgeprägte Unterschiede bestehen zwischen verschiedenen Altersgruppen und eine etwas niedrigere Rate bei Frauen mit geringerer Bildung”. Die Jahresstatistik des Gesundheitsministeriums aus dem Jahre 2008 ergab eine Steigerung dieses Indikators auf 77,6 Prozent und bestätigte die Homogenität der Ergebnisse nach Regionen und Altersgruppen.

Die Anzahl von Schwangerschaftsabbrüche und der Menstruationsregulierungen, um eine Abtreibung hervorzurufen, sind weiterhin hoch, trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Jahren. So kamen 2004 noch 20,9 Abtreibungen und 36 Menstruationsregulierungen auf 1.000 Frauen im Alter zwischen 12 und 49 Jahren.

Laut Gesundheitsstatistik wurden 2007 insgesamt 66.008 Abtreibungen durchgeführt, demnach standen 58,4 Abtreibungen 100 Geburten gegenüber.

CC BY-SA 4.0 Niedrige Geburtenrate durch Empfängnisverhütung nach Wunsch von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Kommission beschließt Vorschlag zur Verschärfung des Abtreibungsgesetzes (Buenos Aires, 13. November 2017, anred).- Eine Sonderkommission des Abgeordnetenhauses hat am 9. November einem Vorschlag zur Verfassungsänderung zugestimmt, demzufolge Schwangerschaftsabbrüche selbst nach einer Vergewaltigung unter Strafe gestellt werden sollen (PEC 181). In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Kommission aus 18 Männern und einer Frau bestand. Die 18 männlichen Mitglieder stimmten für die Gesetzesverschärfung, das weibliche Mitglied dagegen....
Abtreibungsverbot, Schwulenheilung, Kunstzensur – Rechtsruck führt Brasilien tief in die Vergangenheit Von Andreas Behn, Rio de Janeiro (Rio de Janeiro, 26. Oktober 2017, npl).- „Nein, die Mehrheit der Menschen in Rio de Janeiro will diese Ausstellung hier nicht haben!“ Bürgermeister Marcelo Crivella scheint genau zu wissen, was die rund sechs Millionen Bewohner*innen seiner Stadt denken. Zensur sei es nicht, behauptet Crivella, der vor seiner Wahl ins Rathaus als Bischof der evangelikalen Universal-Kirche predigte. Anfang Oktober legte er einen Werbespot auf, in dem er...
Therapeutischer Schwangerschaftsabbruch in Chile legalisiert Von Kristin Schwierz (26. August 2017, amerika21).- Das chilenische Verfassungsgericht hat grünes Licht für ein Gesetz zur therapeutischen Abtreibung gegeben, das am 3. August mehrheitlich im Kongress beschlossen worden war. Die Verabschiedung des Gesetzes gilt als historische Entscheidung, denn bisher gehört Chile zu den sechs Ländern weltweit, in denen Abtreibung strikt verboten ist. Nach dem neuen Gesetz ist ein Schwangerschaftsabbruch unter drei Bedingungen erlaubt...
Sieg der Doppelmoral: Abtreibung bleibt absolut verboten Von João Flores da Cunha (São Leopoldo, 9. Juni 2017, ihu-unisinos).- Der Senat der Dominikanischen Republik hat sich am 31. Mai gegen die Entkriminalisierung der Abtreibung in dem Karibikstaat entschieden. Die Abstimmung war Teil einer Reform des dominikanischen Strafrechts. Das Strafrecht des Landes sieht bis zu drei Jahren Gefängnisstrafe für Frauen vor, die sich einer Abtreibung unterziehen. Zudem ordnet das Gesetz eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren für Är...
Heftige Debatten um Gesetzesentwurf zur straffreien Abtreibung nach Vergewaltigung Der Kongressabgeordnete erklärte, dass man das Projekt gründlich untersucht und die institutionelle Position bezogen habe, Schwangerschaftsabbrüche im Falle einer Vergewaltigung zu befürworten. Die Aktivist*innengruppe „Déjala Decidir – Lass sie selbst entscheiden“ stellte ihrerseits jene Kongressabgeordneten in Frage, die dem Projekt zum Schwangerschaftsabbruch nicht zustimmten. Sie lehnten außerdem die Erklärungen des Kongressabgeordneten Juan Carlos Eguren ab. Das Parlamen...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.