Kolumbien

Neun Tote bei Gefecht zwischen FARC und kolumbianischer Armee


(Venezuela, 08. Januar 2011, telesur).- Am 7. Januar 2011 starben bei einem Gefecht zwischen den FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und der kolumbianischen Armee fünf Rebellen, drei Militärs und eine minderjährige Person in der Gemeinde San Vicente del Cagüán im Departament Caquetá. Dies gab der Kommandant der 6. Brigade der kolumbianischen Armee, General Juan Carlos Salazar, im Radiosender Caracol bekannt und erklärte, die Guerilla hätte versucht, eine Polizeistation einzunehmen. “Die Rebellen griffen die Dienststelle an. Das Gefecht begann um 18.30 Uhr.”

Noch sind die Namen der Gefallenen nicht bekannt. Doch wurden vier weitere Soldaten und eine Zivilperson verwundet. Einige Zeug*innen in der Nähe des Schauplatzes behaupteten, Explosionen von Splittergranaten und Gewehrschüsse gehört zu haben. Diese Angaben konnten bisher jedoch nicht bestätigt werden.

Erste Auseinandersetzung mit Todesopfern im neuen Jahr

Die FARC hatte im September des vergangenen Jahres in einem vom Nachrichtenportal Anncol verbreiteten Kommuniqué ihre Bereitschaft erklärt, eine gemeinsame Lösung mit der Regierung von Juan Manuel Santos zur Beendigung des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts zu suchen. Nichtsdestotrotz bombardierte die kolumbianische Luftwaffe einen Tag nach der Veröffentlichung dieser Stellungnahme ein Lager der FARC in der Nähe der ecuadorianischen Grenze. Es starben 25 Rebellen, unter ihnen Domingo Biojó vom Führungsstab der Guerilla.

Dieser Angriff kann als Zeichen der Wiederaufnahme der Politik der Sicherheit durch die neue Regierung von Santos verstanden werden. Diese hatte bereits mehrfach die Absicht verkündet, die Guerilla auszulöschen, ob mit Vernunft oder Gewalt. Der Präsident stellte bereits Ende September 2010 bei einer Regierungsansprache klar: “Ich informiere hiermit die Anführer der FARC und ihre Kämpfer – wir kriegen Euch.”

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