Brasilien

Neonazis in Brasilien wegen Mordversuchs verurteilt


von Niklas Franzen

Brasilien skinheads armas. Foto: Amerika21/noticias.r7.com(São Paulo, 08. Juli 2014, amerika21.de).- Ein Gericht im brasilianischen São Paulo hat drei Neonazis wegen versuchten Mordes zu Gefängnisstrafen von insgesamt 56 Jahren verurteilt. Die Gruppe hatte im Jahr 2011 vier Männer mit Messern und Äxten angegriffen, die an einer antifaschistischen Gedenkdemonstration für Edson Néris da Silva teilnahmen. Der damals 36-jährige da Silva wurde im Jahre 2000 aufgrund seiner Homosexualität auf offener Straße zu Tode geprügelt.

Nach der nun verhandelten Tat sollen die Neonazis rassistische Äußerungen in Richtung ihrer Opfer gerufen haben. „Es handelt sich hierbei um ein Hassverbrechen“, sagte der Richter Fernando Oliveira Camargo bei der Urteilsverkündung am vergangenen Donnerstag. Das Trio wurde außerdem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt.

In brasilianischen Städten kommt es immer wieder zu schwulenfeindlichen und rassistischen Übergriffen von organisierten Faschisten. Im vergangenen Jahr überfielen rechte Skinheads in Niterói im Bundesstaat Rio de Janeiro einen schwarzen Brasilianer und verletzen diesen schwer. Vor allem Homosexuelle werden besonders häufig Opfer von rechten Gewalttätern. Im November 2013 attackierte eine Gruppe Neonazis ein schwules Paar auf der Rua Augusta in São Paulo.

Laut einem Bericht der LGBT-Organisation „Grupo Gay da Bahia“ starben in Brasilien im vergangenen Jahr 312 Menschen durch homo- oder transphobe Übergriffe oder wurden in den Selbstmord getrieben. Damit hat Brasilien die höchste Rate an homophob motivierten tödlichen Verbrechen weltweit. Laut der Organisation stirbt alle 28 Stunden ein Mensch in Brasilien aufgrund von Homo- oder Transphobie.

CC BY-SA 4.0 Neonazis in Brasilien wegen Mordversuchs verurteilt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Ehe für alle oder sexuelle Dissidenz? José Carlos Henriquez versteht sich als sexueller Dissident. Foto: Markus Plate "Ehe für alle" - jetzt auch in Deutschland. Sexuelle Vielfalt überall. In Lateinamerika und weltweit ist der Juni der Monat der sexuellen Vielfalt. Mit dem „Christopher Street Day" wird jedes Jahr an die Stonewall-Unruhen in New York im Jahre 1969 erinnert. Der Widerstand von Schwulen und Trans*Personen gegen willkürliche Verhaftungen gilt als Wendepunkt im Kampf für Gleichbehandlung und Anerk...
Aufklärung des Mordes an Berta Cáceres? Sie musste ihren Kampf mit dem Leben bezahlen. Am Grab der Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres. Foto: Erika Harzer Am 2. März 2016 wurde Berta Cáceres in La Esperanza, Intibucá, Honduras, ermordet. Auftragskiller erschossen die weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannte Feministin, Menschenrechts- und Umweltaktivistin und Anführerin des Rates der indigenen Völker von Honduras COPINH. Mehr als 16 Monate sind seitdem vergangen. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungsh...
onda-info 411 Während wir diese Sendung produzieren, findet in Hamburg das G20-Treffen der reichsten Industriestaaten statt. Aus Lateinamerika vertreten: Brasilien, Argentinien und Mexiko, mit Präsidenten und Delegation. Doch trotz der  wirtschaftlichen Stärke dieser Länder, ist die Ernährungssicherheit der Bevölkerung akut gefährdet. Warum ist das so, fragen wir in einem Beitrag. Die Antwort könnte lauten: wegen den Monokulturen und allem, was damit einhergeht. Denn die intensive Landwirt...
“Maskottchen der Macht” – Sexuelle Dissidenz vs. sexuelle Vielfalt Von Markus Plate Genesis Cruz aus Costa Rica (links im Bild) ist Transfeministin und sexuelle Dissidentin. Foto: Markus Plate (Mexiko-Stadt, 22. Juni 2017, npl).- Seit Jahren ist der Juni der Monat der sexuellen Vielfalt. Mit dem „Christopher Street Day“ wird jedes Jahr an die Stonewall-Unruhen in New York im Jahre 1969 erinnert. Der Widerstand von Schwulen und Trans*Personen gegen willkürliche Verhaftungen gilt als Wendepunkt im Kampf für Gleichbehandlung und Anerkenn...
Verschwundener Journalist ermordet aufgefunden Salvador Adame ist bereits der achte in Mexiko ermordete Journalist in diesem Jahr. Foto: Desinformémonos (Mexiko-Stadt, 26. Juni 2017, desinformémonos).- Die Staatsanwaltschaft von Michoacan hat es am 26. Juni bestätigt: Der von der Staatspolizei gefundene verbrannte Körper gehört zu dem Journalisten Salvador Adame Pardo, der am 18. Mai in der Provinz Nueva Italia entführt worden ist. Damit ist Adame nun der achte ermordete Korrespondent in Mexiko in diesem Jahr. Sein...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.