Guatemala

Naturkatastrophen verschwinden aus der medialen Berichterstattung


(Guatemala-Stadt, 13. September 2010, cerigua).- Die Naturkatastrophe, die Anfang September von starken Regenfällen ausgelöst wurde, zeigt jetzt ihre ganze Auswirkung. Teile der Bevölkerung in Guatemala berichten von Lebensmittelknappheit und Mangel an trinkbarem Wasser, Ausgrenzung seitens der guatemaltekischen Behörden und Ausnahmezuständen in einigen Regionen. Dennoch haben die Medien ihre Berichterstattung über diese Themen verringert.

Die Gemeindeverwaltung von Cunén, Quiché, hat für ihren Zuständigkeitsbereich den Ausnahmezustand ausgerufen, denn die Mehrheit ihrer Anwohner*innen sind derart von den Unwettern betroffen, dass sie weder erreichbar sind noch eine Möglichkeit haben, die einfachsten öffentlichen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen oder sich mit Lebensmitteln zu versorgen.

Domingo Camajá, Bürgermeister von Cunén, erklärte, dass 110 Familien alles verloren hätten. Weil jedoch die Straßen nicht benutzbar sind, könnten sie die von den Katastrophen betroffenen Gebiete nicht verlassen. Weitere 10.000 Anwohner*innen aus zehn Gemeinden sind nicht erreichbar.

Der Amtsträger bestätigte, dass sich die zuständigen Behörden nicht darum gekümmert hätten, die Schäden aufzunehmen. Stattdessen habe die Staatliche Koordinierungsstelle zur Linderung von Katastrophen CONRED (Coordinadora Nacional para la Reducción de Desastres) die Zahlen der sich ereigneten Tragödien in Cunén geschönt und so die Anzahl der von ihnen betroffenen und geschädigten Personen runter gespielt.

Nach Aussagen des Staatlichen Instituts für Seismologie, Vulkanologie, Meteorologie und Hydrologie INSIVUMEH (Instituto Nacional de Sismología, Vulcanología, Meteorología e Hidrología) werden die kommenden Tage sonnig werden, gleichwohl werden Regenfälle insbesondere in den Nachtstunden nicht ausgeschlossen.

Der gegenwärtige Winter hat in 44 Prozent des guatemaltekischen Gebietes die normalen Pegel der Wasserquellen überschreiten lassen, insbesondere im Hochland und im Südwesten des Landes. Die CONRED hat in den vergangenen vier Monaten 250 Todesopfer von Erdrutschen, Einstürzen und Unterhöhlungen registriert.


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