Guatemala

Nach Tropensturm Agatha: immer noch 27.000 Guatemaltek*innen in Notunterkünften


(Venezuela, 10. Juni 2010, telesur).- Nach dem Tropensturm Agatha und dem Ausbruch des Vulkans Pacayo befinden sich in Guatemala immer noch 27.823 Menschen in Notunterkünften. Dies berichtete das Nationale Katastrophen-Koordinationsbüro Conred (Coordinadora Nacional para la Reducción de Desastres) am 9. Juni in Guatemala-Stadt.

Laut Conred wurden im Zuge der beiden Naturkatastrophen 104.639 Menschen obdachlos. 162.857 Menschen mussten aufgrund der andauernden Regenfälle und der Überschwemmungen evakuiert werden, um einem noch größeren Ausmaß der Katastrophe vorzubeugen. Viele von ihnen befinden sich nun in 218 der insgesamt gut 400 im Land existierenden staatlich betriebenen Notunterkünfte. Insgesamt sind 397.808 Guatemaltek*innen von dem tropischen Sturm betroffen.

Nach bisherigen Erkenntnissen gehe man von über 170 Toten und über hundert Vermissten aus, so Conred. „174 Menschen kamen zu Tode, 154 wurden verletzt, 113 Personen werden noch vermisst“, heißt es in dem Bericht. Außerdem wurden 39.160 Wohnhäuser beschädigt, davon 18.753 leicht, 10.605 Gebäude mittelschwer und 9.802 schwer.

Die Schäden an Brücken und Straßen sowie an öffentlichen Schulen werden im Bericht nicht beziffert. Der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Álvaro Colom, erklärte allerdings in einem Exklusivinterview mit teleSUR: „Mindestens 300 verkehrstechnisch wichtige Brücken wurden zerstört. An fast allen Straßen hat es Erdrutsche gegeben.“ An etwa 50 Schulgebäuden wurden Sturmschäden festgestellt.

Das Katastrophen-Koordinationsbüro setzt sich für die Betroffenen ein und leistet Hilfe bei der Behebung der Straßenschäden. Die Alarmstufe Rot wurde am Dienstag den 8. Juni aufgehoben. Seither gilt Alarmstufe Orange. Wie das Nationale Amt für Katastrophenschutz erklärt, beinhaltet die Alarmstufe Orange eine permanente Beobachtung der Situation im Land, damit im Bedarfsfall ohne Verzögerung auf eine Verschlimmerung der Lage reagiert werden kann.

Die Zivilschutzbehörden haben mittlerweile 649.760 Tonnen Hilfsgüter in die betroffenen Regionen gebracht, davon 486.500 auf den teilweise stark beeinträchtigten Transportwegen. Der Rest sei auf dem Luftweg mit Unterstützung aus dem Ausland in die Gebiete geflogen worden, so der Conred-Bericht. Weitere 10 Tonnen Hilfsgüter wurden am 8. Juni per Schiff aus Venezuela nach Guatemala transportiert. „Wir senden diese Schiffsflotte nach Guatemala, um dem Land in der aktuellen Notlage eine bescheidene Unterstützung zu leisten. Wir Venezolaner reichen dem guatemaltekischen Volk eine mitfühlende Hand in dieser schwierigen Situation“, so der venezolanische Außenminister.

Agatha war einer der ersten großen Tropenstürme der Saison. Etwa 20 weitere werden erwartet. Laut dem US-amerikanischen Hurrikan-Zentrum NHC erreichte der Sturm maximale Windgeschwindigkeiten von 75 km/h. In Guatemala, El Salvador und Honduras richtete der Sturm schwere Schäden an. In einer vorläufigen Studie der Ombudsstelle für Menschenrechte PDH (Procuraduría de Derechos Humanos) wird davon ausgegangen, dass sich die Kosten für den Wiederaufbau allein in Guatemala auf etwa 475 Millionen US-Dollar belaufen werden.

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