Chile

Mutter beschuldigt Polizei, den Mörder ihres Sohnes zu schützen


(Rio de Janeiro, 04. Januar 2011, púlsar).- Am 3. Januar jährte sich zum dritten Mal der Mord am jungen Mapuche Matias Catrileo. Er starb während einer Landbesetzung in der Araucanía durch eine Kugel der Carabineros (chilenische Militärpolizei).

Anlässlich des dritten Jahrestages des Todes von Catrileo erklärte seine Mutter, Mónica Quezada, dass die chilenischen Sicherheitskräfte den Polizisten schützen würden, der ihren Sohn erschossen hatte.

Bei dem Todesschützen handelt es sich um den Zugführer Walter Ramírez, der wegen des Todes auch verurteilt worden ist. Trotz dessen, so Mónica Quezada, werde Ramírez vom Chef der Carabineros beschützt. Es sei schon seltsam, dass andere Carabineros für geringe Vergehen wie Raub oder Amtsmissbrauch entlassen würden, während Ramírez trotz Verurteilung wegen Mordes bei den Carabineros weiterarbeite – beschützt und mit höherem Gehalt.

Todesschütze weiter im Polizeidienst

Frau Quezada erklärte, es sei ohnehin unwichtig, ob Ramírez in eine andere Stadt versetzt werde; so oder so werde er vom Chef geschützt. Offensichtlich war eine Versetzung nach Santiago geplant, doch der Anwalt von Ramírez legte Einspruch gegen diese Versetzung ein – aus Sicherheitsgründen.

In Temuco, der Hauptstadt der Araucanía, fand unterdessen eine Demonstration zum Gedenken an Matias Catrileo statt. Auf der Demonstration wurde ebenfalls der Schutz kritisiert, den der Todesschütze seitens des Chefs der Carabineros genieße. Tatsächlich verrichtet Walter Ramírez nach einer Entscheidung der Militärjustiz weiterhin seinen Dienst in der weit südlich gelegenen Region Aysén.

(Foto: Agencia Púlsar/bio bio)

 

CC BY-SA 4.0 Mutter beschuldigt Polizei, den Mörder ihres Sohnes zu schützen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Feministische Stimmen gegen machistische Gewalt Ni una menos - keine einzige Frau soll mehr der machistischen Gewalt zum Opfer fallen. Das fordert die argentinische Ni una menos-Bewegung, die seit 2015 den öffentlichen Diskurs um Frauenrechte mitbestimmt. Der Fokus der Bewegung liegt auf Femiziden, der extremsten Form der Gewalt gegen Frauen. Die feministische Bewegung in Argentinien hat natürlich nicht erst mit Ni una menos begonnen. Doch sie hat es geschafft viele Kämpfe, die vorher nicht sichtbar waren ins Rampenlicht z...
Indigene Shuar kämpfen gegen den Bergbau Diese Frauen wurden aus Nankints vertrieben, ihr Dorf zerstört. Einige ihrer Männer hielten sich monatelang in den Bergen versteckt. Foto: Wambra Radio Die ecuadorianische Regierung hat große Flächen der Gebirgskette Cordillera del Cóndor im Südwesten des Landes an Bergbau-Unternehmen verkauft, die dort Kupfer und Gold abbauen wollen. Nach Ansicht von Umweltorganisationen drohen irreparable Schäden in dem sensiblen Ökosystem. In der südöstlich gelegenen Provinz Morona San...
Vom Guerilla-Funk zum Community-Radio – Radios als Peacemaker Von Nils Brock Radios als Peacemaker? Im Friedensprozess in Kolumbien kommt ihnen eine wichtige Rolle zu / Foto: altaír, cc by-nc-2.0 Berlin, 25. Oktober 2017, npl).- Als die kolumbianische Regierung und die Guerillaorganisation FARC im Dezember vergangenen Jahres einen Friedensvertrag vorlegten, kam auf gut 300 Seiten so einiges zusammen. Schließlich soll der Text helfen, einen seit über 50 Jahren andauernden bewaffneten Konflikt zu beenden. Doch ein nachhaltiger Frie...
Indigene Rechte: Zum Tag des Widerstands Viele, vor allem europäisch stämmige Nord- und Lateinamerikaner*innen, sehen im 12. Oktober bis heute einen Feiertag für die „Zivilisierung“ und Missionierung des Kontinents. In Spanien ist der Tag, an dem Christoph Kolumbus vor 525 Jahren auf den amerikanischen Kontinent traf, Nationalfeiertag; aber auch in fast allen amerikanischen Ländern wird der 12. Oktober als Tag des "Hispanischen", als Kolumbus-Tag, als Tag des Kontaktes zweier Kulturen oder, weniger schön, als Tag de...
Mit dem Ende der Entwaffnung beginnt die Geschichte der FARC-Partei (Montevideo 16. August 2017, la diaria-poonal).- Der letzte Container mit Waffen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) verließ am 15. August eine der Normalisierungs- und Übergangszonen, in denen bis jetzt etwa 7.000 Guerillakämpfer*innen auf ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorbereitet wurden. Damit ist die Entwaffnung der Guerilla beendet. Die Vereinten Nationen, welche die Waffen entgegennahmen, werden diese nun einschmelzen lassen, um daraus drei S...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.