Lateinamerika

Morde an Trans*Personen: Verbände fordern Maßnahmen der UNO


LGBT-Demonstration in Mexiko (Archiv) / Eneas, Flickr(Fortaleza, 15. Oktober 2013, adital).- MenschenrechtsaktivistInnenen sowie Verbände von Trans*Personen haben die allgemeine Gewalt und die wachsende Zahl an Morden an Transsexuellen, Transgender und Travestis, insbesondere in Lateinamerika, beklagt.

Es sei alarmierend, dass im Zusammenhang mit der Aufklärung und Verhinderung solcher Verbrechen Straffreiheit und Tatenlosigkeit der Regierungen üblich seien. Verbände und Organisationen verschiedener Staaten unterzeichneten eine Petition, darunter unter anderen Deutschland, Spanien, Frankreich, Mexiko und Peru.

Systematische Übergriffe gegen Trans-Personen

Der Appell gründet sich auf eine Studie mit dem Titel “Eine vergleichende Analyse zur Lage der Menschenrechte von Trans*Personen“ von Carsten Balzer und Jan Simon Hutta. Die Untersuchung zeigt auf, dass täglich Millionen von Trans*Personen Vorurteilen, Stigmatisierung und körperlicher Gewalt ausgesetzt sind, nur weil sie nicht den geltenden Geschlechternormen entsprechen. Diese Übergriffe sind systematisch und spiegeln sich wider in Arbeitslosigkeit, in der Verweigerung grundlegender öffentlicher Leistungen sowie der fehlenden Möglichkeit für Trans*Personen, Ausweisdokumente mit ihrem wahren Geschlecht zu erhalten.

Auf weitere alarmierende Erkenntnisse verwies die Beobachtungsstelle für ermordete Trans*Personen: in den ersten Monaten dieses Jahres wurden 78 Straftaten, insbesondere gegen Trans-Frauen registriert, im Zeitraum zwischen Januar 2008 und April 2013 waren es 1.233 Fälle weltweit. Die Todesfälle von Trans-Frauen fallen aber auch unter den Tatbestand des Feminizids, da es sich dabei oft um patriarchale oder chauvinistische Gewalt gegen Frauen handelt: Die Morde an Trans-Frauen geschehen insbesondere im Kontext von Sexarbeit aufgrund von Marginalisierung, und bei den Tätern handelt es sich um ehemalige Kollegen, Kunden oder Ehemänner.

Sexuelle Identität als Menschenrecht

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse dieser Studie riefen die Verbände von Trans*Personen den Generalsekretär der Vereinten Nationen dazu auf, die geltenden internationalen Menschenrechtskonventionen auch im Zusammenhang mit sexueller Identität anzuwenden und Mittel zu ergreifen, um die Menschenrechtsverletzungen gegen Trans*Personen zu beenden und zu bestrafen. Zudem solle den Opfern politisches Asyl in einem der UNO-Mitgliedsländer gewährt werden, in denen die fundamentalen Menschenrechte und Freiheiten von Trans*Personen gesichert sind, sollten die Menschenrechtsverletzungen in den Heimatländern fortbestehen.

Die komplette Studie (Englisch) kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

 

Weiterlesen:

poonal

Adela – von der Gemeinderätin zur Aktivistin für sexuelle Rechte // von Helen Hernández Hormilla // in poonal 1054 // Juli 2013

 

Weiterhören:

ondainfo logo 

Trans*Personen in Guatemala // Feature von Markus Plate, OTrans-Reinas de la Noche // onda-info 241 spezial, 2010

 

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