Peru

Morddrohungen gegen Radiojournalist


(Berlin, 10. Juli 2008, poonal).- Genaro Alvarado Tuesta vom Radio La Voz de la Selva (Stimme des Urwaldes) aus der Amazonasstadt Iquitos beklagt, dass er mehrfach von Armeemitgliedern Morddrohung erhalten habe. Der Journalist fordert deshalb von den Behörden in Iquitos Maßnahmen zu seinem persönlichen Schutz.

Gegenüber peruanischen Medien berichtet Alvarado Tuesta: „Es geht darum, dass die Soldaten und der Aufpasser, die mich ins Krankenhaus rein gelassen haben, sehr hart bestraft wurden. Sie wurden in den Knast gesteckt. Die haben angekündigt, dass sie mich suchen werden, wenn die Sache aus dem Medien ist, so in zwei Monaten. Wenn mir irgendwas passiert, dann sind sie dafür verantwortlich.”

Nach Angaben des Verbandes der Radiosender CNR (Coordinadora Nacional de Radio) war Alvarado Tuesta am 16. Juni 20 Minuten lang von Angehörigen des peruanischen Militärs im Militärkrankenhaus Santo Rosa in Iquitos festgehalten und misshandelt worden. Der Journalist führte in der Krankenstation ein Interview mit Freddy Huayunga Vela, einem Soldaten, der bei einem Zusammenstoß zwischen dem peruanischem Militär und der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) schwer verletzt wurde.

CC BY-SA 4.0 Morddrohungen gegen Radiojournalist von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Interamerikanische Menschenrechtskommission verurteilt Morde an Aktivist*innen (Lima, 23. Juli 2018, servindi/poonal).- Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Kolumbien bereits über 120 Menschenrechtsverteidiger*innen und soziale Aktivist*innen ermordet. Diese Zahl ist doppelt so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Angesichts dessen zeigte sich die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH alarmiert und verurteilte die Morde. Die Fälle werden von der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation Somos Defensores registri...
Kolumbien: Studie bringt zehntausend staatliche Verbrechen unter der Regierung Uribe ans Licht – Teil 2 (Buenos Aires, 8. Juni 2018, marcha/poonal).- Die abgestumpfte Gesellschaft: Omar Rojas wurde auch von einigen Leuten kritisiert, da er gelegentlich die gesamte Gesellschaft für die falsos positivos verantwortlich macht. Er begründet das wie folgt: „Als die Militärs ausrückten, um ihren Part im Krieg zu erledigen, haben ihnen alle gesellschaftlichen Gruppen zugejubelt; und die, die es nicht getan haben, haben geschwiegen. Vom Präsidenten abwärts haben das alle gefeiert: Die K...
Kolumbien: Studie bringt zehntausend staatliche Verbrechen unter der Regierung Uribe ans Licht – Teil 1 (Buenos Aires, 8. Juni 2018, marcha/poonal).- In einem Gespräch mit Omar Eduardo Rojas Bolaños, Co-Autor des Buches “Außergerichtliche Hinrichtungen 2002-2010. Blinder Gehorsam auf fiktiven Schlachtfeldern.”, erzählt er von den Ergebnissen seiner Nachforschungen. Das vor wenigen Monaten erschienene Buch von Omar Eduardo Rojas Bolaños und Fabián Leonardo Benavides Silva ist in Zusammenarbeit mit Wirtschafts- und Geschichtswissenschaftler*innen, Psycholog*innen und Soziolog*inn...
onda-info 436 Hallo und Willkommen zum onda- info 436! in Lateinamerika war in den letzten Wochen mal wieder einiges los. Zunächst präsentieren wir euch eine positive Nachricht: Am 14 Juni wurde vom argentinischen Parlament endlich die Legalisierung der Abtreibung beschlossen. Wir haben dazu ein paar Fakten zusammen gestellt. Danach geht es nach Nicaragua. Die anhaltende Repression im Land sorgt zunehmend auch für Gegengewalt, die Zahl der Toten seit dem 18. April ist bereits auf 200...
Wahlanalyse Kolumbien: Der Uribismus kommt zurück (Cali, 17. Juni 2018, colombia plural/poonal).- Iván Duque hat die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen gewonnen, unterstützt von der gesamten Elite des Landes und dem Segen des Ex-Präsidenten Álvaro Uribe, einer der kontroversesten und düstersten Figuren in der jüngeren Geschichte Kolumbiens. Für Iván Duque stimmten 54 Prozent der Wähler*innen (10.373.080 Stimmen), für Gustavo Petro 42 Prozent (8.034.189 Stimmen). Etwas über vier Prozent gaben einen leeren Stimmzettel ab ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.