Kolumbien

Mord an indigenem Gemeindevorsitzenden


Kolumbien-Cauca-Soldaten-www.nasaacin.org(Buenos Aires, 05. Oktober 2012, púlsar).- Der Mord an Salatiel Méndez Secue wurde am Mittwoch, dem 3. Oktober von bewaffneten Männern verübt. Salatiel Méndez war ehemaliger Stadtrat und indigener Anführer aus der Gemeinde Toribio, in der Region Cauca. Die Gemeinden beklagen bereits 40 Morde im laufenden Jahr in diesem Gebiet.

Die Tat ereignete sich, als Salatiel Méndez zusammen mit seiner Ehefrau aus Toribio in die Ortschaft Santander de Quilichao reiste. Er wurde auf der Straße von drei Männern abgefangen, die mehrfach auf ihn schossen und später auf seinem Motorrad flüchteten.

Der Indigene Rat des Nordcauca ACIN (Asociación de Cabildos Indígenas del Norte del Cauca) zeigte sich traurig und wütend über diese und ähnliche Taten, die in den letzen zwei Monaten in der Region stattgefunden haben. Die Vereinigung beschuldigte die sechste Front der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia), den Mord verübt zu haben.

Salatiel Méndez ist bereits der vierzigste Ermordete im Jahr 2012 im Norden des Cauca. Darüber hinaus ist es schon das vierundzwanzigste Mordopfer, seitdem die indigenen Gemeinden, deren Vorstände und die Indigene Wache (guardia indígena) die Kontrolle über und den Kampf gegen bewaffnete Truppen auf dem Hügel Cerro Sagrado de El Berlín verschärft haben.

Gewalt trotz Friedensgesprächen

Der Widerstand der indigenen Gemeinden des Cauca gegen bewaffnete Truppen auf ihrem Territorium war der Mitauslöser für die Friedensgespräche (Diálogos de Paz), die gegenwärtig von der kolumbianischen Regierung und den FARC geführt werden.

Die indigenen Gemeinden und Behörden werfen der Regierung vor, noch immer nicht die nötigen Maßnahmen ergriffen zu haben, um die Gewalttaten zu bestrafen und die von dem bewaffneten Konflikt betroffenen Gemeinden zu schützen.

Zuletzt soll darauf hingewiesen werden, dass diese Gemeinden im Norden des Cauca unter Schutzmaßnahmen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) und anderer nationaler und internationaler Organisationen stehen.

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