Bolivien

Morales prangert Boykott des Jahres der Quinoa-Pflanze an


von Ricardo Marapi Salas

Quinoa-Feld in Cachilaya, Bolivien (Titicacasee) / Michael Hermann, CC BY-SA 3.0, wikipedia(Buenos Aires, 20. Februar 2013, púlsar).- Der bolivianische Präsident Evo Morales hat den Boykott großer transnationaler Unternehmen gegenüber der Quinoa-Pflanze angeprangert. Diese hätten versucht, die Quinoa-Pflanze, eine tausende Jahre alte Getreidesorte aus den Anden zu verteufeln, so der Präsident. Morales lobte jedoch die Bemühungen der Vereinten Nationen, dieses Nahrungsmittel zu fördern und das Jahr 2013 zum Jahr der Quinoa zu erklären.

Konkurrenz für Junkfood

Morales kritisierte, dass transnationale Konzerne versuchen würden, das “Internationale Jahr der Quinoa” zum Scheitern zu bringen. Er erkärte, Quinoa werde von den Konzernen als Bedrohung für ihre “Imperien billiger Junkfood-Lebensmittel, die von geringem Nährwert sind, vollgepumpt mit Chemiekalien und Krankheiten verursachen” wahrgenommen. “Die Unternehmen versuchen, die Lebensmittelproduktion unter ihre Kontrolle zu bringen und die Märkte zu dominieren”, warnte er.

Am vergangenen 20. Februar hielt Morales im New Yorker UN-Sitz eine Rede im Rahmen der Feierlichkeiten des Internationalen Jahres der Quinoa-Pflanze. Der bolivianische Amtsinhaber verteidigte den Wert der Pflanze und erklärte, dass sie ein Urerbe der andinen Völker sei und seit mehr als 7.000 Jahren angebaut werde. Er versicherte, dass die jahrtausende alte Pflanze eine Alternative angesichts der aktuellen Lebensmittelkrise darstellt.

Peru und Bolivien größte Produzenten von Quinoa

Die großen Mächte seien “nicht an der menschlichen Gesundheit, sondern an Gewinnen interessiert”, während die Andenvölker “sehr wohl einige Vorschläge haben”, um die Ernährungssicherheit der Welt zu gewährleisten, wie zum Beispiel die Quinoa-Pflanze.“

Dank der traditionellen Bräuche der indigenen Völker der Anden sei es möglich gewesen, die Pflanze “als Lebensmittel für jetztige und kommende Generationen” in ihrer natürlichen Form zu erhalten, zu kontrollieren und zu schützen, so Morales. Weltweit sind Bolivien und Peru die führenden Produzenten des Quinoa-Getreides.

CC BY-SA 4.0 Morales prangert Boykott des Jahres der Quinoa-Pflanze an von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

„Durch die Proteste sind wir sichtbar geworden“ – Menschen mit Behinderung fordern Rente der Würde Von Thomas Guthmann (La Paz, 13. September 2016, npl).- Fünf Monate lang protestierten Menschen mit Behinderung für ihre Rechte in La Paz. Gekommen sind sie mit einem Protestmarsch von Cochabamba in die Hauptstadt. Jetzt mussten sie ihren Protest aufgeben. Ihre zentrale Forderung, eine Rente der Würde zu erhalten, konnten sie nicht gegen die Regierung durchsetzen. Alex Vazquez ist ein stämmiger Mann. Er macht den Eindruck, als ob er nicht leicht aus der Fassung zu br...
El Salvador eröffnet Botschaft in Bolivien (La Paz, 4. September 2016, prensa latina).- El Salvador hat am Mittwoch, 7. September 2016, seine Botschaft in Bolivien eröffnet. Der Präsident des zentralamerikanischen Landes, Salvador Sánchez Cerén, hatte dies am 4. September 2016 in La Paz mitgeteilt. Angaben des Staatschefs zufolge erlaube die Eröffnung der diplomatischen Vertretung einen Ausbau der Zusammenarbeit und des Handels mit Bolivien.„Wir glauben, dass Bolivien inzwischen über eine sehr dynamische Wirtschaf...
Die Folgen des Bergbaus sind nicht zu verantworten Von Diego Andreucci und Helga Grunberg Cazón(Quito, 12. Mai 2016, alai).- Der Bergbau hat schwerwiegende soziale und ökologische Auswirkungen. In Bolivien können die Menschen vor Ort ein Lied davon singen. Was hatte die neue Verfassung aus dem Jahr 2009 nicht alles versprochen: Rechte für die Indigenen und für die lokalen Gemeinschaften, Umweltschutz und die Nutzung des Wassers vor allem für lebensnotwendige Zwecke. Mit Initiativen wie diesen weckte die Regierung von...
Nach der Niederlage von Evo Morales Von José Carlos Díaz Zanelli(Quito, 29. Februar 2016, servindi).- Bei der am 21. Februar dieses Jahres abgehaltenen Volksbefragung über eine Verfassungsänderung, die eine erneute Kandidatur des bolivianischen Präsidenten Evo Morales möglich und damit den Weg für seine Wiederwahl frei machen sollte, stimmten nach Auszählung der Stimmen 51,3 Prozent gegen und 48,7 Prozent für eine Änderung. Damit hat Morales nach elf Jahren Regierungszeit einen ersten herben Rückschlag...
Über das „Nein“ zur möglichen Wiederwahl von Evo Morales Von Cristina Fontenele(Fortaleza, 24. Februar 2016, adital).- Bei dem am 21. Februar dieses Jahres abgehaltenen Referendum über die mögliche Wiederwahl des Präsidenten Boliviens entschied sich die Mehrheit der bolivianischen Bevölkerung gegen eine Änderung des Artikels 168 der Verfassung von 2009 und damit gegen eine erneute Kandidatur Evo Morales´ bei den Präsidentschaftswahlen 2020. Nach Zahlen der Obersten Wahlbehörde Boliviens OEP (Órgano Electoral Plurinacional)...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *