Kolumbien

Militär befreit vier Geiseln aus langjähriger FARC-Gefangenschaft


(Buenos Aires, 14. Juni 2010, púlsar).- Das kolumbianische Militär hat am 13. Juni vier Mitglieder der Sicherheitskräfte aus der Gefangenschaft der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) befreit. Diese waren 1998 als Geiseln genommen worden. Wie der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Präsident Álvaro Uribe in Quibdo bekanntgab, habe eine Eliteeinheit die Aktion in der Regenwald-Region des Departements Guaviare durchgeführt. Bei den Befreiten handelt es sich um General Luis Mendieta, Major William Donato Gómez, den Polizei-Oberst Enrique Murillo und den Major José Arbey Delgado. Uribe erklärte, Sondereinheiten suchten in der Gegend nach weiteren Entführten, die sich zum Zeitpunkt der Erstürmung durch das Militär im Lager der FARC befanden und Anweisung hätten das Gebiet nicht zu verlassen, bis das Militär sie gefunden habe.

Die Senatorin Piedad Córdoba von der Kolumbianischen Liberalen Partei äußerte sich unterdessen besorgt über die von der Regierung betriebene militärische Befreiungsstrategie. Sie bedeute für die Geiseln eine Gefährdung und komme dem Eingeständnis gleich, dass in Kolumbien faktisch Krieg herrsche. Córdoba plädierte stattdessen dafür, Freilassungen auf dem Verhandlungsweg zu erreichen. Es gebe keine andere Alternative, um den Krieg zu beenden. Kolumbiens neuer konservativer Präsident Juan Manuel Santos hatte sich im Wahlkampf strikt gegen einen Gefangenen-Austausch mit der FARC ausgesprochen.

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