Mexiko USA

Mexikanische Rücküberweisungen aus den USA erreichten 2016 Rekordstand


Schild in Schaufenster

Remesas. Foto: Flickr/Daniel Lobo (CC BY 2.0)

(Mexiko-Stadt, 8. Februar 2017, poonal).- Die remesas, die Rücküberweisungen der in den USA lebenden Mexikaner*innen an zurückgebliebene Familienmitglieder, stiegen im vergangenen Jahr auf den Rekordwert von fast 27 Milliarden Dollar. Damit übertrafen sie erneut und überaus deutlich den mexikanischen Erdölexport (15,5 Milliarden Dollar) und den Besuch ausländischer Tourist*innen (17,5 Milliarden) als wichtige Devisenquellen. Im Vergleich zu 2015 erhöhten sich die remesas um fast neun Prozent. Der Trump-Effekt macht nach Schätzungen der Bank BBVA Bancomer etwa 420 Millionen Dollar aus. Seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten fürchten viele der mexikanischen Migrant*innen in den USA, dieser könne seine Drohung wahrmachen und versuchen, die remesas stärker zu regulieren oder eine Steuer auf sie zu erheben. Das gab den Überweisungen in den Monaten November und Dezember einen Extraschub und wird sich voraussichtlich auch auf die remesas in den ersten Monaten 2017 auswirken. Ein Großteil des hohen Anstieges im vergangenen Jahr ist aber wohl auf eine bessere Einkommens- und Beschäftigungslage der Mexikaner*innen in den USA zurückzuführen. Ob diese Entwicklung unter Trump anhält, ist zweifelhaft. Die mexikanischen Behörden gehen davon aus, dass 95 von 100 in den USA wohnenden Mexikaner*innen Geld in ihr Heimatland überweisen. Der bisherige nominale Rekordwert von 26 Milliarden Dollar jährlicher remesas stammte aus dem Jahr 2007 vor der Weltwirtschaftskrise. In den Folgejahren brachen die Überweisungen teilweise stark ein.

CC BY-SA 4.0 Mexikanische Rücküberweisungen aus den USA erreichten 2016 Rekordstand von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Die geheime Revolution der Sonderwirtschaftszonen Von Martin Reischke, Tegucigalpa (Tegucigalpa/Berlin, 21. Dezember 2017, npl).- Honduras plant ein neoliberales Wirtschaftswunder. Mit der Errichtung halbautonomer „Mini-Staaten“ für Großinvestoren sollen in dem zentralamerikanischen Land zehntausende neue Jobs entstehen. Doch in diesen „Zonen für Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung”, kurz ZEDE, wären die Gesetze und Rechtsprechung des Landes außer Kraft gesetzt. Kritiker*innen befürchten Vertreibungen der Bevölkeru...
Gewerkschafter: Arbeitsmarktreformen haben negative Auswirkungen auf das Bildungsniveau Von Andrea Martínez (Montevideo, 22. November 2017, la diaria).- Nach Ansicht von Rafael Freire, Sekretär für Wirtschaftspolitik und Fragen nachhaltiger Entwicklung des Arbeitergewerkschaftbunds der Amerikas CSA (Confederación Sindical de Trabajadores de las Américas) ist die Regierung Michel Temer Teil einer neoliberalen konservativen Welle, die derzeit nicht nur das Arbeitsrecht, sondern alle Bereiche der Sozialpolitik erfasst hat. Bei seinem Besuch in Montevideo anl...
NAFTA: Die Bruchstelle Von Ana de Ita* (Mexiko-Stadt, 26. Oktober 2017, la jornada).- Die Ergebnisse der vierten Verhandlungsrunde erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die USA den Nordamerikanischen Freihandelsvertrag (Nafta) verlassen. Die vergifteten Pillen, die Präsident Trump auf den Verhandlungstisch gelegt hat, zeigen, dass sein Land weitere Zugeständnisse von seinen Handels'partnern' Mexiko und Kanada einfordert. Die mexikanischen Funktionär*innen, die zuvor stolze Gefolgsleute des Fr...
Das unsichtbare Lateinamerika Von Alfredo Serrano Mancilla* (Mexiko-Stadt, 12. August, la jornada-poonal).- Temer bleibt der Präsident Brasiliens, ohne jemals eine Stimme an einer Wahlurne gewonnen zu haben. Macri, auch bekannt durch „Panama Papers“, lässt zu, dass Milagro Salas als politischer Gefangener in einem argentinischen Gefängnis sitzt. Santos ist in den Skandal um das Unternehmen Odebrecht verwickelt, da er für seine Präsidentschaftskampagne in Kolumbien im Jahr 2014 eine Million US-Dolla...
onda-info 414 Auch einige Ondistas sind im Juli zum G20-Gipfel nach Hamburg gefahren. Allerdings durften und wollten wir nicht an den Gesprächen in den Messehallen teilnehmen. Statt dessen trafen wir uns mit Aktivist*innen aus Lateinamerika. Was diese über die Auswirkungen von Globalisierung und Freihandel zu berichten hatten, erfahrt ihr in einem ausführlichen Bericht über den Gipfel der Globalen Solidarität. Passend zum Thema haben wir noch zwei Meldungen aus Guatemala und Kolumbien. In ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.