Honduras Mexiko

Mexikanische Bundespolizei setzt Tränengas gegen Migrant*innen ein


Mirant*innen

Die mexikanische Bundespolizei stoppte die honduranischen Migrant*innen an der Grenze. Foto: Victor Camacho/La Jornada/Desinformémonos

(Mexiko-Stadt, 19. Oktober 2018, desinformémonos/democracy now).- Die mexikanische Bundespolizei hat im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas mehr als 2.000 honduranische Migrant*innen mit Tränengas daran gehindert, weiter auf mexikanisches Gebiet vorzudringen. Zuvor hatten die Honduraner*innen eine Polizeikette an der Grenze nach Guatemala und einen Metallzaun auf mexikanischem Gebiet durchbrochen. Als der Metallzaun niedergerissen wurde, riefen hunderte Migrant*innen „und es geht doch“. Mehrere Menschen wurden durch die Hitze und das Gedränge ohnmächtig und wurden von Anwohner*innen mit Wasser versorgt.

„Wir sind Honduraner und Immigranten, keine Drogenhändler“, riefen die Migrant*innen, als sie sich ihren Weg in Richtung Grenze bahnten. Nach der Tränengasattacke warfen einige Migrant*innen mit Steinen und zogen sich zurück. Die Polizei konnte daraufhin den Grenzzaun wieder schließen. Ein Behördenvertreter forderte die Migrant*innen auf, Ruhe zu bewahren. Er sagte zu, die Migrationsbehörde INM (Instituto Nacional de Migración ) würde sich um sie kümmern und sie in ein staatliches Aufnahmezentrum im Bundesstaat Chiapas bringen. „Bitte greifen Sie keine Uniformierten an und bringen sie Frauen und Kinder nicht in Gefahr“, forderte der Funktionär per Lautsprecher.

UN fordern Grenzöffnung

Der UN-Hochkommissar für Geflüchtete in Mexiko, Mark Manly, forderte, das Land müsse seine Pforten für die Migrant*innen öffnen und ihnen Schutz gewähren. Mexiko sei nicht nur ein Transitland, sondern auch Ziel vieler Migrant*innen. Die Migrant*innen, die überwiegend aus Honduras kommen, sahen sich angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Krise in Honduras gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Von ihrer Ankunft in den USA erhoffen sie sich bessere Chancen im Leben.

US-Präsident Trump hat jedoch betont, dass er keinen Grenzübertritt dulden werde. Über Twitter drohte er abwechselnd den US-Demokraten, seinen Amtskollegen in Zentralamerika und Mexiko und den Migrant*innen selbst. Trump erwog zudem, den zentralamerikanischen Staaten die Wirtschaftshilfe zu streichen. Sollte Mexiko die Migrant*innen nicht stoppen, drohte er, den gerade erst geschlossenen Handelsvertrag zwischen Mexiko, Kanada und den USA zu canceln. Außerdem kündigte er an, notfalls die US-Armee an die Grenze zu schicken.

CC BY-SA 4.0 Mexikanische Bundespolizei setzt Tränengas gegen Migrant*innen ein von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

1600 honduranischen Migrant*innen auf dem Weg in die USA
63
(Washington, 16. Oktober 2018, democracy now).- Eine Karawane aus 1.600 honduranischen Migrant*innen, die vor Gewalt und Armut flieht, zieht Richtung USA. Unter ihnen befinden sich Familien mit kleinen Kindern. Die Karawane übertrat am 15.10.2018 die Grenze zu Guatemala und wurde zunächst von der Polizei aufgehalten. Zwei Stunden später setzte sich der Zug Richtung Mexiko wieder in Bewegung. Die Migrantin Andrea Alemán erzählt: „Hier gibt es keine Arbeitsmöglichkeiten, und Si...
Interview: Eine „Armee der Armen“ zieht in die USA
16
(Mexiko-Stadt, 16. November 2018, npl).- Tausende Migrant*innen aus Mittelamerika ziehen in großen Gruppen in Richtung USA. Sie nennen sich Karawane, Via Crucis oder Trek, Menschenrechtsorganisationen und die katholische Kirche sprechen von einem Exodus, Soziologen von einer sozialen Bewegung. Während US-Präsident Trump mit Militäreinsätzen droht, engagieren sich zivilgesellschaftliche Organisationen für die Menschenrechte von Migrant*innen und Flüchtenden und leisten humanit...
Fünf Karawanen aus Zentralamerika ziehen weiter Richtung Norden
115
(Berlin, 12. November 2018, poonal).- Am 12. Oktober startete die erste Karawane aus Honduras Richtung Norden in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Mittlerweile sind es fünf Karawanen, die sich aus Zentralamerika auf den Weg gemacht haben. Vor allem aus Ländern in denen überdurchschnittlich viele Einwohner*innen in Armut leben und von Gewalt betroffen sind: Honduras und El Salvador. Aber auch Migrant*innen aus anderen Ländern haben sich angeschlossen, da die gemeinsame Migr...
onda-info 446
103
Hallo und willkommen zum onda-info 446! Nach einer Nachricht zum (vielleicht) verhinderten Großflughafen in Mexiko servieren wir euch eine ausgefeilte Analyse über die Ursachen für die Flucht aus Zentralamerika – und was US-amerikanische Gelder damit zu tun haben. Anschließend wollen wir gemeinsam mit euch den Wahl-Schock in Brasilien verarbeiten. Wie konnte das eigentlich passieren und wie soll es jetzt weitergehen mit dem Faschismus des 21. Jahrhunderts? Darüber habe...
Trump und der zentralamerikanische Exodus
139
(Mexiko-Stadt, 28. Oktober 2018, npl).- Die Caravana de Migrantes ist weiter auf dem Weg durch Mexiko Richtung Norden. Als im US-Kongresswahlkampf nützliche Reaktion schickt US Präsident Donald Trump die Armee an die Grenze und droht den zentralamerikanischen Herkunftsländern mit dem Entzug der Wirtschafts- und Entwicklungshilfe. Doch Expert*innen in Zentralamerika und Mexiko sagen, dass gerade diese angeblichen „Hilfen“ ein wesentlicher Grund dafür sind, dass die Menschen au...