Mexiko

Menschenrechtsaktivistinnen erhalten Morddrohungen


(Fortaleza, 10. November 2008, adital).- Die Menschenrechtsaktivistinnen María Luisa García Andrade und Marisela Ortíz Rivera von der Organisation Unsere Töchter sollen nach Hause zurückkehren NHRC (Nuestras Hijas de regreso a Casa NHRC), erhalten immer wieder Morddrohungen. Die beiden Frauen setzen sich im Bundesstaat Chihuahua für die Aufklärung der zahlreichen Fälle verschwundener und ermordeter Frauen, die sogenannten femicidios, ein.

Die neuesten Drohungen erhielten María Andrade und Marisela Ortíz einige Tage nach der Premiere des Dokumentarfilms „Bajo Juárez: Die Stadt, die ihre Töchter verschlingt“. Der Film beleuchtet die Morde an Frauen in Ciudad Juárez und der Stadt Chihuahua, beide im Bundesstaat Chihuahua gelegen. In ihm wird auch Lilia Alejandra García Andrade, die ermordete Tochter von Norma Andrade, eine Schwester von María Luisa García Andrade, porträtiert.

Laut einer Zeugenaussage wurde am 30. Oktober diesen Jahres in Ciudad Juarez ein dunkles Auto mit getönten Scheiben vor dem Haus von María Andrade beobachtet, sie selbst war zu der Zeit nicht zu Hause. Ein Mann sei aus dem Auto ausgestiegen und habe einen Stein gegen eines der geschlossenen Fenster geworfen, das daraufhin zerbrach. Am Stein war eine große Karte befestigt, auf der gedroht wurde, María Andrade umzubringen und ihren Kindern Leid zuzufügen.

Am 5. November fand auch Marisela Ortiz eine Karte vor ihrem Haus, auf der sie mit ausgeschnittenen und aufgeklebten Buchstaben mit dem Tod bedroht wurde. Beide Frauen erstatteten bei der Sonderstaatsanwaltschaft für Gewalt gegen Frauen und Menschenhandel Anzeige.

Die Sorge um die Mitglieder von NHRC wächst, da es bereits in der Vergangenheit zu ähnlichen Drohungen kam. Im Mai 2008 erhielten mehrere weibliche Mitglieder der Organisation, die die Vorführung des Spielfilms „Bordertown“ unterstützt hatten, Mails, in denen sie beleidigt und bedroht wurden. „Bordertown“ lehnt sich an die Geschichte der ermordeten Frauen der Region an.

Seit die Mitglieder von NHRC und ihre Familien damals bedroht wurden, sind keine Fortschritte bei den Ermittlungen und der Suche nach den Verantwortlichen erzielt worden. Marisela Ortíz und María Andrade haben nur in begrenztem Umfang Schutz durch Beamte der Bundespolizei erhalten. Ihr Fall rief jedoch die Staatsanwaltschaft von Chihuahua nicht auf den Plan. Auch erhalten die Frauen keinen Schutz durch die Polizei von Chihuahua selbst, obwohl die Interamerikanische Menschenrechtskommission die mexikanische Regierung angewiesen hatte, Schutzmaßnahmen für Ortíz und Andrade zu treffen.

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