Mexiko

Menschen afrikanischer und indigener Abstammung von gesellschaftlichen Prozessen ausgeschlossen


(Guatemala-Stadt, 26. Mai 2010, cerigua).- Die Teilnehmer*innen der Begegnung der Indigenen Völker und Menschen afrikanischer Abstammung unterzeichneten am vergangenen 22. Mai die Erklärung von Mexiko-Tenochtitlán 2010. Darin machen sie darauf aufmerksam, dass sie aus der ökonomischen, sozialen, politischen und kulturellen Entwicklung ihres Landes ausgeschlossen worden sind, ungeachtet dessen jedoch ihre Kultur, Sprache und Werte beibehalten konnten.

In der Erklärung wiesen sie darauf hin, dass sie durch das neoliberale Model ausgegrenzt sowie wirtschaftlich ausgebeutet würden und das vorherrschende Bildungsmodell diskriminierend sei. Die Mehrzahl der Regierungen hätte kein Interesse am Fortschritt der indigenen Völker, sondern würde sich die Interessen der großen transnationalen Konzerne zu eigen machen, um sie ihrer natürlichen Ressourcen zu berauben.

Den Teilnehmer*innen zufolge würden die indigenen Völker weiterhin ihr Land und Territorium verteidigen, da ohne Land „kein Leben, weder Kultur noch Zukunft bestünde“. Besonders aufgebracht seien sie aufgrund der Privatisierung ihres Landes, der Bewilligung von Bergwerksprojekten und der Privatisierung des Wassers.

In dem Dokument schlugen sie die Entwicklung neuer nationalstaatlicher Projekte vor, die indigene Völker und Menschen afrikanischer Abstammung einbeziehen sollen. Der Prozess der Neugründung von Nationalstaaten müsse dabei auf einer Beziehung von gegenseitigem Respekt und politischer Anerkennung basieren.

Sie sprachen sich ebenfalls für die Anerkennung und wirksame Umsetzung des Übereinkommens 169 der Internationalen Organisation für Arbeit OIT (Organización Internacional del Trabajo) sowie der Erklärung der Rechte indigener Völker aus. Diese Erklärung wurde von der UNO am 13. September 2007 proklamiert und wird von der internationalen Gemeinschaft als einer ihrer neuesten Erfolge angesehen.

Der Klimawandel sei ein weiteres Problem, für das die Industriestaaten die Verantwortung tragen würden, da sie das Leben und die Güter der Pachamama als Ware behandelten und damit die Rechte als auch die Souveränität anderer Völker verletzen würden.

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