Honduras

Medien des Widerstandes melden Mordüberfall und anhaltende Repression


(Buenos Aires, 22. Oktober 2009, púlsar).- Wie das Freie Radio des nationalen Volkswiderstands gegen den Staatsstreich in Honduras (Radio Liberada del Frente Nacional de Resistencia Popular al Golpe de Estado en Honduras) berichtet, wurden nach Aussagen einer Anwohnerin aus der Siedlung Ramón Amaya Amador in der Stadt Tegucigalpa am 20. Oktober vier Menschen aus dem Hinterhalt ermordet. Nach Angaben der Frau waren gegen 20 Uhr Schüsse in der Siedlung zu hören. Als die Anwohner*innen aus ihren Häusern traten, um zu sehen, was vorgefallen war, fanden sie die Leichen von vier jungen Männern. Bei den Opfern handelt es sich um den 20-jährigen José Alexander Rodas Osorto, den 28-jährigen Marco Antonio Dubón Flores sowie einen 20-jährigen Mann namens Cesar und seinen Bruder. In der Siedlung Montes de Bendición seien vermutlich weitere sieben Personen erschossen worden, so die Anwohnerin weiter. Genauere Angaben konnte sie jedoch nicht machen. Zu den Motiven für diesen Mehrfachmord sei nichts bekannt, heißt es in verschiedenen Medienberichten.

Die Garífuna–Sender Radio Flumabimetu und Radio Duruugubuty aus Triunfo de la Cruz und San Juan in Bahía de Tela berichteten von Einschüchterungsversuchen. Die Kriminalpolizei hatte beide Sendeanstalten durchsucht, angeblich, um Nachforschungen anzustellen, ihr eigentliches Ziel sei jedoch gewesen, die Mitarbeiter*innen der Sender einzuschüchtern.

Das Komitee zur Verteidigung der Menschenrechte CODEH (Comité para la Defensa de los Derechos Humanos en Honduras) in Honduras machte seinerseits auf das Verschwinden des Polizisten Daniel Molina, bisher Sprecher der Staatspolizei von Honduras, aufmerksam. Bis vor einer Woche sei der nun verschwundene Molina quasi ständiger Bestandteil der Militärposten im Sperrgebiet rund um die brasilianische Botschaft gewesen. „Wir führen Molinas Verschwinden auf ein Video zurück, in dem er ohne Umschweife die Hintergründe des Staatstreichs preisgibt. Wir nehmen an, dass er wenige Stunden nach dem Erscheinen des Videos von seinen eigenen Vorgesetzten verhaftet wurde“, heißt es in der Erklärung der CODEH.

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