Chile

Mapuche-Organisationen laden zum Gipfeltreffen ein


Mapuche mit Fahne / Carolonline, flickr(11. Januar 2013, amerika21.de-poonal).- Repräsentant*innen unterschiedlicher Organisationen der Volksgruppe der Mapuche haben für nächsten Mittwoch im südchilenischen Temuco ein Gipfeltreffen anberaumt. Eingeladen sind neben Präsident Sebastián Piñera auch oberste Vertreter*innen der drei Staatsorgane, Präsidentschaftskandidaten, Menschenrechtsorganisationen und Vertreter*innen regierungsunabhängiger Organisationen.

Beratungen über Ereignisse in der Region

Bei dem Treffen soll über die jüngsten Ereignisse in der Region La Araucanía beraten werden. Dort war ein Großgrundbesitzer-Ehepaar bei einem Brandanschlag auf ihr Haus getötet worden.

Der verhaftete und angeschossene Mapuche José Córdova Tránsito bekräftigte unterdessen seine Unschuld. Auch die radikale indigene Organisation Coordinadora Arauco-Malleco (CAM) dementiert in einer Presseerklärung, den Brandanschlag gegen das Ehepaar Luchsinger-McKay verübt zu haben. Die CAM lehnt den Anschlag ab, da solche Aktionen nur der Regierung etwas nützen würden. Sie vertritt die Hypothese einer Sabotage seitens rechtsextremer Gruppen. Die inhaftierten Anführer der CAM, Héctor Llaitul und Ramón Llanquileo, haben seit dem 14. November 2012 erneut einen Hungerstreik begonnen.

Regierung fordert Teilnahme am ADI-Entwicklungsprogramm

Regierungssprecherin Cecilia Pérez betonte den Willen der chilenischen Regierung zum Dialog, allerdings nur mit denjenigen, von denen die chilenischen Institutionen respektiert würden. Damit nimmt sie Bezug auf das Entwicklungsprogramm für die Mapuche ADI (Área de Desarrollo Indígena) in Ercilla, an dem sich die Repräsentant*innen des Gipfels zu keiner Zeit gewandt hätten. Die Mapuche des Reservats Temucuicui weisen dieses Programm mit dem Argument zurück, es diene dazu, Landkonflikte und Übergriffe auf Mapuche zu vertuschen.

Auch Andrés Molina, Regierungsbeauftragter der Zentralregierung für die Provinz Araucanía und damit deren höchster Verwaltungsbeamter, zweifelt an der Repräsentativität seitens der Mapuche. Er forderte Aucán Huilcamán, der als Mapuche-Repräsentant zu dem Gipfel eingeladen hatte auf, zunächst die chilenische Obrigkeit anzuerkennen und die Gemeinden zu respektieren, die an dem ADI-Programm teilnehmen.

CC BY-SA 4.0 Mapuche-Organisationen laden zum Gipfeltreffen ein von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Fall Maldonado: Umstrittener Ermittlungsrichter suspendiert Der umstrittene Richter Guido Otranto muss sich nun nicht mehr um den Fall Maldonado kümmern. Foto: Desinfirmémonos/Prensa Comunitaria (Buenos Aires, 22. September 2017, desinformémonos/anred).- Das Berufungsgericht der südargentinischen Hafenstadt Comodoro Rivadavia hat entschieden, den umstrittenen Richter Guido Otranto von der Untersuchung zum Verschwinden des Aktivisten Santiago Maldonado zu entbinden. Das Gericht ist damit einer entsprechenden Protestnote der Angehör...
Argentinischer Aktivist bleibt verschwunden Von Jessica Zeller und Darius Ossami Wo ist Santiago Maldonado? Am 1. September, einen Monat nach Verschwinden des Aktivisten, protestieren Argentinier*innen auf der ganzen Welt. Hier auf dem Berliner Wittenbergplatz in Berlin, unweit der argentinischen Botschaft. Foto: Jessica Zeller (Berlin, 7. September 2017, npl).- In Argentinien herrscht weiterhin Unklarheit über den Verbleib von Santiago Maldonado. Am 1. August war der linke Aktivist bei Protesten der indigenen M...
onda-info 416 Während wir uns mit der Frage beschäftigen, ob der Herbst nun golden oder nasskalt wird, haben andere Menschen richtige Probleme: In Mexiko bebte die Erde, fast hundert Menschen sind dabei um Leben gekommen. In Argentinien hält die Ungewissheit über den Verbleib des Aktivisten Santiago Maldonado an. Am 1. August wurde er bei Protesten der indigenen Mapuche im Süden des Landes von der Gendamerie verhaftet und in einen Mannschaftswagen verfrachtet. Seitdem fehlt von dem jungen ...
Wo ist Santiago Maldonado? Wo ist Santiago Maldonado? Am 1. September, einen Monat nach Verschwinden des Aktivisten, protestieren Argentinier auf der ganzen Welt. Hier auf dem Wittenbergplatz in Berlin, unweit der argentinischen Botschaft. Foto: Jessica Zeller In Argentinien herrscht weiterhin Unklarheit über den Verbleib des Aktivisten Santiago Maldonado. Am 1. August war der junge Mann bei Protesten der indigenen Mapuche im Süden des Landes von der Gendamerie verhaftet und in einen Mannschaftswag...
Wo ist Santiago Maldonado? Hier, in der Gemeinde Pu Lof im Süden Argentiniens, wurde Santiago Maldonado zuletzt gesehen. Foto: Anred.org Von Darius Ossami (Berlin, 16. August 2017, npl). Seit dem 1. August ist der 28-jährige Santiago Maldonado nach einem Polizeieinsatz in Patagonien spurlos verschwunden. Maldonado ist ein linker Aktivist aus dem Großraum Buenos Aires, der seit einigen Monaten in Patagonien lebt und schon mehrfach an Protestaktionen der Mapuche teilgenommen hat. Er hatte sich unt...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.