Chile

Mapuche-Häftlinge beenden Hungerstreik nach 86 Tagen


alt(Temuko, 10. Juni 2011, azkintuwe/poonal).- Nach fast drei Monaten endete am 9. Juni der Hungerstreik von vier Führungspersonen der Mapuche-Organisation CAM. „Wir hatten ein Gespräch und sie entschieden sich, den Hungerstreik zu beenden und eine Kommission für die Rechte des Mapuche-Volkes ins Leben zu rufen“, erklärte Natividad Llanquileo, Sprecherin der Inhaftierten.

 

 

Die vier Häftlinge und Mitglieder der Koordinationsstelle der Mapuche-Gemeinden im Konflikt Arauco-Malleco CAM (Coordinadora de Comunidades Mapuche en Conflicto Arauco-Malleco), die sich seit 86 Tagen im Hungerstreik befanden, entschieden Donnerstagnacht ihren Hungerstreik zu beenden, sagte deren Sprecherin. Héctor Llaitul, Jonathan Huillical, José Huenuche und Ramón Llanquileo wurden im Krankenhaus in Victoria wieder zusammengelegt. Drei von ihnen waren am Vortag in unterschiedliche Krankenhäuser verlegt worden, weshalb Familienangehörige befürchteten, dass die drei zwangsernährt werden sollten und dieses Vorgehen kritisiert hatten.

„Nach der Zusammenlegung, die von den Inhaftierten erreicht wurde, gab es ein Gespräch bei dem sie entschieden, ihren Hungerstreik einzustellen“, erklärte Natividad Llanquileo von Victoria aus gegenüber Radio Cooperativa. Nur Héctor Llaitul, der als Leiter der Organisation CAM gilt, die einer wüsten Verfolgungskampagne von Seiten des Innenministeriums ausgesetzt gewesen war, verblieb im Gesundheitszentrum der kleinen Stadt Victoria.

Gründung einer Kommission zur Verteidigung der Rechte der Mapuche

Die Inhaftierten Mapuche hatten ihren Hungerstreik am 15. März dieses Jahres begonnen, um damit die Annullierung eines Urteils zu erreichen, bei dem sie jeweils zu Haftstrafen von mindestens 20 Jahren verurteilt worden waren. Vorgeworfen wird ihnen, dass sie 2008 ein Polizeifahrzeug angegriffen haben, in dem Mario Elgueta, Staatsanwalt des Innenministeriums, gesessen hatte. Auch nachdem der Oberste Gerichtshof am 3. Juni die gegen die Mapuche verhängten Haftstrafen um die Hälfte verkürzt hatte, hatten die Mapuche ihren Hungerstreik fortgesetzt.

Natividad Llanquileo erklärte, die Entscheidung den Protest zu beenden sei aus humanitären Gründen und aufgrund der Gründung einer Kommission zur Verteidigung der Rechte des Volkes der Mapuche (Comisión por la Defensa del Pueblo Mapuche) gefallen. Mitglieder dieser Kommission sind unter anderem Lorena Fries, Leiterin des Nationalen Menschenrechtsinstituts (Instituto Nacional de Derechos Humanos), Amérigo Incalcaterra, UN-Hochkommissar der Vereinten Nationen für Südamerika; der Erzbischof von Concepción, Bischof Chomalí sowie Fernando Díaz (Mitglied der Mapuche-Pastorale). Weitere Mitglieder der Kommission sind Millaray Garrido (Ehefrau von José Huenuche); Natividad Llanquileo (Schwester von Ramón Llanquileo und Pamela Pezoa (Ehefrau von Héctor Llaitul).

Kampf um Nichtanwendung des Anti-Terror-Gesetzes

Pamela Pezoa sagte gegenüber Radio Bío Bío, dass man sich am Rande der Entscheidung des Obersten Gerichts für eine Fortsetzung des Hungerstreiks entschieden habe, da es um die Nichtanwendung des Anti-Terror-Gesetzes gegen das Volk der Mapuche ging und „nicht darum, eine Begnadigung oder eine besondere Haftverbesserung für die vier zu erreichen, sondern darum, diesen Kampf fortzusetzen.“

„Um den Kampf für alle Rechte des Volkes der Mapuche fortzusetzen“ habe man sich für die Bildung der Kommission entschieden, die „mit der höchsten internationalen Instanz besetzt ist: dem Hochkommissar der Vereinten Nationen und auf der anderen Seite mit der wichtigsten nationalen Institution, dem Nationalen Institut für Menschenrechte und deren Direktorin Lorena Fries während andererseits auch die katholische Kirche, die Bischofskonferenz und die Mapuche-Pastorale vertreten sind“, so Pezoa.

Bichof Ezzati: Staat muss jetzt handeln

Victoria Fariña, Anwältin von Jonathan Huillical, zeigte sich erleichtert angesichts der Beendigung des Hungerstreiks, da das Leben der Häftlinge nicht mehr in Gefahr ist. „Sie denken langfristig und deshalb hat man sich mit dieser Arbeitsgruppe gewappnet: Um vor internationalen Gremien anzuzeigen, was hier geschieht. Sie wollen nicht, das anderen Mapuche-Aktivist*innen dasselbe widerfährt, dass sie eine ähnliche Situation durchleben müssen“, so die Anwältin.

Der Erzbischof von Santiago de Chile, Ricardo Ezzati zeigte sich am vergangenen Freitag (10. Juni) ebenfalls zufrieden darüber, dass der Hungerstreik beendet wurde und erklärte, dass es „nun der chilenische Staat an der Reihe sei“, den Konflikt vollständig zu lösen indem er damit beginne, das Anti-Terror-Gesetz zu ändern. Ezzati erklärte im Gespräch mit Radio Cooperativa „diese Lösung wurde von den Mapuche erreicht, von ihren Angehörigen, der katholischen Kirche, dem Menschenrechtinstitut und sie ist auch der Unterstützung des UN-Hochkommissars zu verdanken. Ich denke, dass dies der Weg war, der zu einem Ende des Hungerstreiks führte.“

Enttäuschung bei Mapuche bleibt

Ezzati, der gleichzeitig Vorsitzender der chilenischen Bischofskonferenz ist, erinnerte daran, dass der chilenische „Präsident am 21. versprochen hatte, ein neues Anti-Terror-Gesetz zu schaffen, dass die grundlegenden Persönlichkeitsrechte respektiert.“ Ziel müsse laut Ezzati sein, dass sich ein solcher Hungerstreik nicht noch einmal wiederhole: „Es muss ein anderes Gesetz geschaffen werden, dass die Befugnisse von Legislative ebenso wie die der Exekutive regelt, damit wir künftig nicht noch einmal so etwas erleben, wie in diesem Fall.“

Trotzdem bleibe bei den Mapuche-Familien ein Gefühl der Enttäuschung bestehen, so der Ezzati, denn sie hätten eine Annullierung des Urteils das gegen sie gesprochen wurde erreichen wollen sowie das Aufrollen eines neuen Prozesses, in dem es keine “Zeugen ohne Gesicht”, wie die anonymen Zeugen genannt werden, gibt.

DECLARACIÓN

Los firmantes de esta declaración, convocados por los presos políticos mapuche en huelga de hambre, sus lonko, machi y familiares, compartimos el interés por el respeto de todos los derechos del Pueblo Mapuche y asumimos el compromiso de su promoción y defensa. Por lo anterior declaramos:

1. Que Chile se ha comprometido a través de diversos tratados internacionales a promover, respetar y garantizar los derechos políticos, territoriales, económicos, sociales, culturales y de acceso a la justicia, sin discriminación, tanto en el ámbito colectivo como individual, de los pueblos originarios. A lo cual están obligados todos los poderes del Estado chileno.

2. Pese a lo anterior, se ha acrecentado el despojo territorial, la ausencia de derechos políticos y, principalmente, la militarización, criminalización y judicialización de sus legítimas demandas, cuya responsabilidad recae en todos los poderes del Estado chileno.

3. Es de suma gravedad la estigmatización y discriminación que ha sufrido el Pueblo Mapuche, por medio de la aplicación de leyes de excepción, tal como la Ley Antiterrorista. Dicha ley ha sido condenada ampliamente por no ajustarse a los estándares internacionales de un debido proceso. Responsabilidad que, nuevamente, recae en todos los poderes del Estado, sin excepción, al no derogarla o reformularla, y otros por invocarla y aplicarla.

4. En el contexto de las distintas huelgas de hambre de los presos políticos mapuche, como una expresión del problema de fondo, es que venimos a asumir un compromiso real y permanente para el cumplimiento de dichas obligaciones, a la cual esperamos se sumen otros actores. Asumimos este compromiso entendiendo que es un deber de todos hacer valer dichos derechos y denunciar toda vez que estos sean vulnerados, en forma activa y coordinada.

5. Esta voluntad se expresara en una instancia de trabajo denominada Comisión por los Derechos del Pueblo Mapuche.

6. Por tanto llamamos al Gobierno a abrirse a un diálogo permanente y transparente con el fin de avanzar en el respecto y garantía de los derechos de los pueblos indígenas, en particular a reformar la Ley Antiterrorista para, tal como los señaló el Presidente de la República en su cuenta pública ante el Congreso Pleno, para adecuarla a los estándares internacionales de derechos humanos.

7. Ante este compromiso es que nuestros hermanos mapuche han decidido levantar su huelga de hambre.

8. Instamos a toda la sociedad a adherir a esta declaración y a trabajar por la paz, fruto de la justicia.

Monseñor Fernando Chomalí, Arzobispo de Concepción

Lorena Fríes, Directora Instituto Nacional de Derechos Humanos

Amerigo Incalcaterra, Alto Comisionado de las Naciones Unidas para los Derechos Humanos.

Monseñor Pedro Ossandon, Obispo Auxiliar de Concepción

Padre José Fernando Díaz, Comisión Nacional de la Pastoral Indígena Zona Sur

Natividad LLanquileo Pilquimán, Vocera

Millaray Garrido Paillalef , Vocera

Pamela Pessoa Matus, Familiar.

[Der Originalartikel erschien bei Azkintuwe-El Periodico del País Mapuche]

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