Brasilien

Lula gibt grünes Licht für Megastaudamm im Amazonasgebiet


(Lima, 09. September 2010, noticias aliadas).- Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am 26. August einen Vertrag mit dem brasilianischen Konsortium Norte Energia unterzeichnet, der den Bau des umstrittenen Belo Monte-Staudamms am Río Xingú im Bundesstaat Pará mit einem Investitionsvolumen von 11 Mrd. US-Dollar genehmigt. Für das gigantische Infrastrukturprojekt sollen 50.000 Menschen umgesiedelt werden. Von der Überflutung des Gebietes wären zehn indigene Völker und zahlreiche weitere Gemeinden betroffen.

Der Río Xingú ist einer der wichtigsten Nebenflüsse des Amazonas. Mit dem Bau entstünde das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt. Größer sind nur der noch der Dreischluchtendamm in China und der Damm Itaipú, an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay.

Gut einen Monat vor der brasilianischen Präsidentschaftswahl am 3. Oktober, in der Lulas Arbeiterpartei siegen dürfte, erklärte der Präsident, der nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten darf: „Was hier gerade geschieht, hätte man vor Jahren noch nicht für möglich gehalten.“ Das Projekt, das nun begonnen werde, sei im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen gezügelt worden. Lula sprach allerdings zugleich von einem „Sieg des Energiesektors“. Das rein brasilianische Konsortium Norte Energia wird vom brasilianischen Staatsunternehmen Compañía Hidroeléctrica de São Francisco angeführt.

Das Megaprojekt hat eine starke Opposition aus Menschenrechtler*innen, Umweltschützer*innen und Indigenen mobilisiert. Die Menschenrechtsorganisation Survival International, die sich für indigene Völker einsetzt, warnt, dass das Projekt die Lebensgrundlage von Tausenden Indigenen zerstören werde, weil ihnen die Wälder und Flüsse bisher Nahrung und Wasser lieferten. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht schrieb Survival International: „Zuwanderer, die während des Staudammbaus in das Gebiet kommen, stellen eine Bedrohung dar, da sie Gewalt und Krankheiten mit sich bringen könnten, welche das Leben der Indigenen gefährden.“

Zu den prominentesten Kritikern zählt auch der kanadische Regisseur James Cameron, bekannt durch Filme wie „Titanic” und zuletzt „Avatar“.

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