Bolivien

Llanos de Moxos wird größtes Feuchtschutzgebiet der Erde


Llanos de Moxos / Sam Beebe, CC BY-SA 2.0, wikipedia(Lima, 07. Februar 2013, noticias aliadas-poonal).- Boliviens Regierung hat am Welttag der Feuchtgebiete die Llanos de Moxos im Norden des Landes, unweit der Grenzen zu Brasilien und zu Peru, unter Naturschutz gestellt. Seit dem 2. Februar ist das Schutzgebiet mit einer Fläche von 6,9 Millionen Hektar (69.000 km²), das entspricht fast der gesamten Fläche der Niederlande und Belgiens zusammen, das größte Feuchtschutzgebiet der Erde.

Fokus auf Schutz der Wasservögel

An Ausdehnung wird es zwar vom Pantanal übertroffen, das sich vor allem über brasilianisches Gebiet erstreckt und zu Teilen in Bolivien und Paraguay liegt. Das Pantanal steht allerdings nicht vollständig unter Naturschutz. Der 2. Februar ist der Tag, an dem sich 160 Staaten im Jahr 1971 auf die sogenannte Ramsar-Konvention einigten, benannt nach der Stadt Ramsar im Iran. Das Übereinkommen über Feuchtgebiete legt besonderen Wert auf deren Schutz als Lebensraum für Wasser- und Wattvögel.

Boliviens Vizeminister für Umweltschutz Juan Pablo Cardozo Arnez erklärte, die Verfassung seines Landes basiere auf den Prinzipien des “Erfüllten Lebens” (“Buen Vivir”). und dem Respekt vor den Rechten der Mutter Erde (Madre Tierra). Daher sei die Erhebung der Llanos de Moxos in den Rang eines Feuchtschutzgebietes nur folgerichtig.

WWF-Glückwunschschreiben an Boliviens Regierung

Der World Wide Fund For Nature (WWF) beglückwünschte Boliviens Regierung in einem Kommuniqué zu der Maßnahme. In dem Schreiben heißt es: „Diese Feuchtgebiete verdanken ihren Wert in besonderer Weise der reichen natürlichen Vielfalt. Bisher konnten 131 Säugetierarten identifiziert werden, 568 Arten von Vögeln, 102 Reptilienarten, 62 Amphibienarten sowie 625 verschiedene Arten von Fischen und mindestens 1.000 Pflanzenarten.“ Viele dort vorkommende Tiere, wie der bolivianische Flussdelfin und der Riesenotter, seien vom Aussterben bedroht.

Sieben indigene Territorien

Die Llanos de Moxos bestehen aus tropischen Savannen, die einen Zyklus von Trockenzeiten und Überschwemmungen durchlaufen. Drei Flüsse, Beni, Iténez (auch Guaporé genannt) und Mamoré vereinigen sich zum Río Madeira, einem der größten Nebenflüsse des Amazonas.

In dem Gebiet befinden sich sieben indigene Territorien und acht Schutzzonen. Bolivien hat gemäß Ramsar-Konvention acht weitere Feuchtgebiete unter Naturschutz gestellt. Das Land ratifizierte das Abkommen aus dem Jahr 1971 erst mit über dreißigjähriger Verspätung 2002.

Amazonasgebiet als Ganzes im Blick

Luis Pabón, der Vorsitzende des WWF Bolivien, hebt im Zusammenhang mit der Ernennung der Llanos de Moxos zum Feuchtschutzgebiet hervor: „Dies ist ganz wesentlich für den Schutz der Feuchtgebiete in der Amazonas-Region, denn deren gesunder Zustand hat eine positive Auswirkung auf die Wasserzyklen des Amazonasbeckens. Dies kommt dem Schutz der Ökosysteme und Landschaften zugute, was wiederum eine ausgeglichene Versorgung der im Amazonasgebiet lebenden Menschen mit Gütern und Dienstleistungen sicherstellt.“

 

Dieser Artikel ist Teil unseres Themenschwerpunkts:

2013-banner-entwicklung 2013 klein

CC BY-SA 4.0 Llanos de Moxos wird größtes Feuchtschutzgebiet der Erde von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

onda-info 391 Hallo und willkommen zum onda-info 391.Wir beginnen wie immer mit dem Nachrichten-Block. Allerdings ist dieser diesmal recht kurz geraten. Es gibt nur eine einzige Meldung und diese dreht sich dann auch noch um uns. Wir wollen nämlich wissen, was Ihr über uns denkt. Hier geht es zur Befragung.Und natürlich haben wir auch noch drei längere Beiträge für Euch.Ein Interview und ein Hintergrundbericht informieren über den kürzlich beendeten Lehrerstreik in Mexiko.U...
Die Folgen des Bergbaus sind nicht zu verantworten Von Diego Andreucci und Helga Grunberg Cazón(Quito, 12. Mai 2016, alai).- Der Bergbau hat schwerwiegende soziale und ökologische Auswirkungen. In Bolivien können die Menschen vor Ort ein Lied davon singen. Was hatte die neue Verfassung aus dem Jahr 2009 nicht alles versprochen: Rechte für die Indigenen und für die lokalen Gemeinschaften, Umweltschutz und die Nutzung des Wassers vor allem für lebensnotwendige Zwecke. Mit Initiativen wie diesen weckte die Regierung von ...
Ecuador: Gutes Leben statt schwarzem Gold Ecuador war lange Zeit bekannt als die Nachspeisennation. Doch Bananen und Kakao wurden in den 1970er Jahren von einem anderen Exportschlager verdrängt. Erdöl. Diktatoren, Neoliberale, Sozialisten des 21. Jahrhunderts - sie alle feierten und feiern das schmutzige Schmiermittel nationaler Entwicklung. Doch welcher Nation eigentlich? Ecuador hat sich 1996 mit einer Verfassungsreform zum plurinationalen Staat erklärt. Indigenas werden seitdem eine Vielzahl von Kollektivrechten g...
onda-info 368 Hallo und willkommen zum onda-info 368! Weder hochtechnisierte Grenzanlagen, noch die unzähligen Kontrollen durch Militär- oder Polizeiposten entlang der Migrationsroute, auch nicht die ansteigenden Zahlen der verschwundenen Migrantinnen und Migranten auf der Strecke und noch nicht einmal die Deportationen in ihre Herkunftsländer halten sie auf: Die Hunderttausende, die jährlich ihre mittelamerikanische Heimat verlassen. Die Flüchtenden aus Guatemala, El Salvador und Hondura...
Teatro Trono aus El Alto/ Bolivien in Berlin! Teatro Trono kommen aus El Alto, Bolivien. El Alto ist mit 4100 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Millionenmetropole der Erde. Mit dem Theaterstück »Arriba El Alto« hat das bolivianische Ensemble eine Hommage auf die außergewöhnliche Stadt geschrieben. Mit dem Stück touren sie gerade im Rahmen der Kinderkulturkarawane durch Deutschland und Dänemark. In Berlin spielen sie in Schulen und machen Workshops zum Thema Gutes Leben in der Stadt. »Stadt der Zukunft« heißt das ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *