Lateinamerika

Lateinamerikaweit Demonstrationen zum Internationalen Frauentag


(Fortaleza, 09. März 2009, adital-poonal).- In ganz Lateinamerika sind zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, Frauen auf die Straße gegangen, haben für ihre Rechte demonstriert und sich Gehör verschafft. Dabei stand an vielen Orten die Auseinandersetzung mit den Folgen und Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Frauen im Mittelpunkt der Mobilisierungen. In Sao Paolo, Brasilien, gingen Frauen unter dem mittlerweile international verbreiteten Slogan „Wir zahlen nicht für eure Krise“ auf die Straße, kritisierten das kapitalistische Modell, forderten Gleichheit und Freiheit ein und sprachen sich gegen Rassismus und Homophobie aus.

Wie an vielen Orten stand dabei nicht nur in Brasilien auch das Recht auf freie Entscheidung über den Körper und damit bei Abtreibungen im Mittelpunkt der Forderungen von Frauen. In Lateinamerika, wo in vielen Ländern Abtreibung völlig verboten oder nur unter sehr rigiden Bestimmungen möglich ist, forderten die Frauen die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Die Kriminalisierung der Abtreibung führe dazu, dass sich v.a. arme Frauen illegalen und gefährlichen Abtreibungspraktiken unterzögen.

Auch in Nicaragua, wo Abtreibung völlig verboten ist, standen solche Forderungen mit im Mittelpunkt der zentralen Demonstrationen zum Frauentag. Hier wiesen die unterschiedlichen Frauengruppen auch auf die fortdauernde Kriminalisierung ihrer Bewegung und Forderungen durch die sandinistische Regierung unter Präsident Daniel Ortega hin.

In Chile wiederum verurteilten Demonstrant*innen, die in vielen Ländern anhaltende Gewalt gegen Frauen und forderten ihre uneingeschränkten Menschenrechte ein. Man forderte zudem – unter gleichberechtigten Bedingungen – den Zugang zu würdiger Arbeit, eine qualitativ gute Versorgung mit Gesundheitsleistungen bzw. Bildung, Autonomie in Fragen der sexuellen Reproduktion und die lückenlose Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen zu Zeiten der Militärdiktatur sowie die Bestrafung der Schuldigen.

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