LATEINAMERIKA – USA: Unzureichende Gesundheitsversorgung für Immigrant*innen in US-Abschiebehaft


(Fortaleza, 03. Juni 2008, adital).- Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat in einem an den US-Kongreß gerichteten Schreiben die Gesundheitsversorgung von sich in Abschiebehaft befindenden Immigrant*innen kritisiert. Die US-Regierung sei verantwortlich für „jeden Todesfall und jegliches Leiden“, das den Inhaftierten widerfahre, so HRW in dem Schreiben vom 3. Juni 2008.

Laut HRW starben in den letzten fünf Jahren mehr als 80 Immigrant*innen im Zeitraum ihrer Gewahrsamnahme durch das Heimatschutzministerium bzw. kurz nach ihrer Entlassung.

„Das Heimatschutzministerium hat mehr als 30.000 Personen inhaftiert und gibt Millionen von Dollar für deren gesundheitliche Versorgung aus“, erklärte Megan McLemore, Mitarbeiterin des HIV/AIDS-Programms von HRW. Dennoch führten mangelhafte Gesundheitskontrollen und eine unangemessene Aufsichtspraxis zu vermeidbaren Todesfällen und Leiden.

In dem zwölfseitigen Schreiben hob die Menschenrechtsorganisation besonders die unzureichende Versorgung der aidskranken oder HIV-positiven Immigrant*innen hervor. Bereits 2007 hatte sie kritisiert, es gebe keine Kontrolle darüber, ob mit HIV infizierte Häftlinge eine angemessene Behandlung erhielten oder welche der Häftlinge mit dem HI-Virus infiziert seien.

Die USA erfülle weder die internationalen noch die nationalen Standards zur Aufsicht und Behandlung dieser Menschen, so HRW.

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