Peru

Landbevölkerung protestiert gegen Bergbauprojekt


von Ricardo Marapi Salas

peru - cañaris. Foto: Pulsar(Rio de Janeiro, 22. Januar 2013, púlsar).- Die sozialen Konflikte im Zusammenhang mit dem Bergbau in Peru sind zurück. Ende Januar versuchten mehr als 400 Bäuerinnen und Bauern sowie Mitglieder der bäuerlichen Selbstorganisation Ronda Campesina, das Lager der kanadischen Bergbaufirma Candente Copper einzunehmen.

Die Proteste im Bezirk von Cañaris in der Region Lambayeque im Norden Perus sind Teil eines örtlichen Streiks von unbestimmter Dauer, zu dem die lokalen Sprecher*innen aufgerufen haben. Die Bevölkerung des Bezirks lehnt die Erkundungsarbeiten der kanadischen Bergbaufirma ab, weil diese das Ökosystem in der vorwiegend von der Landwirtschaft lebenden Region bedrohen. Bereits im September 2012 fand dort eine Volksabstimmung ab, bei der 90 Prozent das Bergbauprojekt ablehnten.

Auseinandersetzungen mit der Polizei

Während des Besetzungsversuchs traten die Bewohner*innen von Cañaris der Polizei mit Stöcken und Steinen entgegen. Die Protestierenden blockierten außerdem die Hauptzugangsstraßen zum Lager. Der Vorsteher des Bezirks San Juan Bautista de Cañaris, Cristóbal Barrios, erklärte, dass die lokale Bevölkerung einen runden Tisch fordere, um gemeinsam mit den staatlichen Autoritäten über den Stopp des Bergbauprojektes zu verhandeln.

In Cañaris wies man darauf hin, dass das im Bezirk geplante Bergbauprojekt die Nebelwälder schädigen und das Quellgebiet des Flusses Cañaris verschmutzen würde, was wiederum Einfluss auf 33 Hektar landwirtschaftliche Nutzläche hätte.

Vermittler spricht von radikaler Minderheit

Die peruanische Regierung reagierte auf die Proteste in Cañaris: Vladimiro Huaroc, Vorsitzender der Behörde für den Nationalen Dialog, deren Aufgabe es ist, bei Konflikten mit der Zivilgesellschaft zu vermitteln, kündigte an, dass es in der Region Lambayeque bereits einen runden Tisch gebe, um die Entwicklungen in Cañaris zu analysieren. Der Regierungsbeauftragte versuchte jedoch, den Protest der Bewohner*innen herunter zu spielen und behauptete, dieser sei lediglich von einer radikalen und bergbaufeindlichen Minderheit getragen.

Die organisierten Bevölkerungsgruppen von Cañaris kündigten an, die Straßenblockaden fortzusetzen und vor Ort mit ihren Kindern zu zelten und Volksküchen auszurichten, bis das kanadische Bergbauunternehmen sein Personal und seine Maschinen abziehe.

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