Brasilien

Korruptionsvorwürfe auch gegen Haddad


 

Fernando Haddad

Der Vizepräsidentschaftskandidat Fernando Haddad diskutiert am 14. August mit Besucher*innen der brasilianischen Handelsvertretung Unecs. Foto: José Cruz/Agencia Brasil

(Caracas, 5. September 2018, telesur/poonal).- Am Dienstag, 4. September hat die Staatsanwaltschaft von São Paulo den zuständigen Ermittlungsrichter aufgefordert, den möglichen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Fernando Haddad wegen angeblicher Korruption anzuklagen. Haddad ist für die kommenden Präsidentschaftswahlen im Oktober als Vize-Kandidat für den ehemaligen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2011) aufgestellt, gilt aber als dessen wahrscheinlicher Nachfolger.

„Staatsanwalt Marcelo Mendroni hat Strafanzeige wegen Korruption gegen den ehemaligen Bürgermeister von São Paulo, Fernando Haddad, gestellt“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Anzeige wegen Korruption, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung basiert darauf, dass Haddad nach der Kommunalwahl 2012 angeblich 2,6 Millionen Reales (knapp eine Million Euro) von der Baufirma UTC Empreiteira erhalten haben soll. Des weiteren ist auch der ehemalige Schatzmeister der Arbeiterpartei PT, João Vaccari Neto, angeklagt, im Namen von Haddad mit den UTC-Managern verhandelt zu haben.

Kronzeuge „erzählt Geschichten“

Die Pressestelle von Haddad wies die Vorwürfe umgehend zurück. Die Anklage sei ausgerechnet in der heißen Wahlkampfphase erfolgt und basiere nicht Beweisen, sondern auf Anschuldigungen des Vorsitzenden der UTC, Ricardo Pessoa, der „in seinem eigenen Interesse Geschichten erzählt“. Bereits zuvor habe der Unternehmer gegenüber der Justiz Erklärungen abgegeben, die hinterher widerlegt worden seien.

Haddad war von 2013 bis 2017 Bürgermeister der brasilianischen Metropole São Paulo. Zuvor war er sieben Jahre lang Bildungsminister im Kabinett von Ex-Präsident Lula und seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff.

CC BY-SA 4.0 Korruptionsvorwürfe auch gegen Haddad von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Keine Beweise im neuen Urteil gegen Ex-Präsident Lula
89
(Brasilia, 7. Februar 2019, brasil de fato/poonal).- Der ehemalige brasilianische Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva ist erneut verurteilt worden. In dem als „sítio de Atibaia“ bekannten Prozess, der Teil des Korruptionsfalls „Lava Jato“ (Autowaschanlage) ist, wurde Lula am 6. Februar zu zwölf Jahren und elf Monaten Haft wegen Korruption und Geldwäsche verurteilt. Seit dem 7. April 2018 sitzt Lula bereits eine erste Strafe von zwölf Jahren und einem Monat im Gefängnis in C...
Haiti ruft wirtschaftlichen Notstand aus
276
(Caracas, 6. Februar 2019, telesur/poonal).- Der Präsident Haitis, Jovenel Moise, hat am 6. Februar den wirtschaftlichen Notstand Haitis ausgerufen. Die Regierung kündigte an, steuerliche Befreiungen und Zollbefreiungen bis zum 30. September aufzuheben. Nicht davon betroffen seien diplomatische, konsularische oder humanitäre Einsätze. Die Notstandsmaßnahmen sehen außerdem vor, die Preise von Produkten des täglichen Bedarfs zu senken, um die privaten Haushalte zu entlasten. Zu...
Weitere Großdemonstration gegen Korruption
76
(Lima, 25. Januar 2019, pressenza).- Am Mittwoch, 23. Januar 2019, wurde in der peruanischen Hauptstadt Lima auf der Plaza San Martín ab sechs Uhr abends abermals zum Kampf aufgerufen. Und das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn Peru ist auf den Beinen, um gegen Korruption zu kämpfen. Hunderte Menschen aller Schichten und sozialer Gruppen, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, politische Parteien und normale Bürger*innen fanden sich zusammen, um auf friedl...
Brasilien: Verbindung zwischen Sohn des Präsidenten und Mordfall Marielle Franco
147
(Rio de Janeiro, 23. Januar 2019, amerika21).- Der Sohn von Präsident Jair Bolsonaro, der jüngst gewählte Senator Flávio Bolsonaro, hat bis vor kurzem offenbar engste Familienangehörige eines der Hauptverdächtigen im Mordfall Marielle Franco beschäftigt. Als Abgeordneter von Rio de Janeiro soll er bis Mitte November 2018 die Ehefrau und Mutter eines in den Mordfall involvierten Auftragsmörders beschäftigt haben. Bei ihm handelt es sich um den Ex-Polizisten Adriano Magalhães d...
Interview mit Radioaktivistin Laura Reyes aus Mexiko-Stadt
113
In unserem onda-Studio hatten wir Laura Reyes aus Mexiko zu Besuch. Die Radioaktivistin berichtet von der aktuellen Situation und stellt ihre Musik vor: Traditionelle Klänge aus Veracruz verbindet sie mit feministischem Rap. Hört am Besten selber!