Kolumbien
Menschenrechte 2016

Kolumbianer*innen demonstrieren auf den Straßen ihren Wunsch nach Frieden


(Caracas, 13. Oktober 2016, telesur).- Die Straßen haben sich in einen Schauplatz für die Sehnsucht der Kolumbianer*innen nach Frieden verwandelt. Das zeigte sich in den Tagen nach dem Plebiszit, als Indigene, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, soziale Gruppen und Studierende auf die Straßen von Bogotá zogen. In der „Marcha de las Flores“ (Demonstrationszug der Blumen) forderten sie die Einsetzung des Friedensabkommens.

„Der Frieden hat bereits Wurzeln geschlagen“

Nach Bekanntwerden der Ergebnisse des Plebiszits am 2. Oktober gingen die Bürger*innen auf die Straßen, um für den Frieden einzustehen. Die kollektiven Mobilisierungen sind zu einem Druckmittel geworden um zu verhindern, dass der Krieg weiter geht.

Seit dem 6. Oktober sind Zehntausende Einwohner*innen sowohl in 14 Städten Kolumbiens als auch in anderen Ländern auf die Straße gegangen. Die sozialen Mobilisierungen zur Verteidigung des Friedens reißen nicht ab und es bilden sich immer wieder spontane Gruppierungen von Bürger*innen, die ihren Wunsch nach Frieden auf die Straße tragen.

Iván Cepeda von der linksgerichteten Partei Polo Democrático interpretiert dies so: „Der Friede hat bereits Wurzeln in der Gesellschaft geschlagen, so dass die Leute nicht mehr bereit dazu sind, diese Gelegenheit verstreichen zu lassen.“

Obwohl durchaus auch in Kolumbien soziale Mobilisierungen als Druckmittel für große politische und soziale Transformationen genutzt wurden (wie bereits bei der Verfassungsänderung 1991), nehmen die kollektiven Demonstrationen für den Frieden dieses Mal jeden Tag zu und sie sprechen alle gesellschaftlichen Schichten an.
Der große „Schweigemarsch“ am 6. Oktober, angeführt von Studierenden, verwandelte die zentrale Achse Bogotás, die Carrera 7a, in ein Menschenmeer, das sich später auf dem Plaza de Bolívar ergoss. Auf dem Hauptplatz Bogotás wurde für den Frieden ein Lichtermeer aus Fackeln und Kerzen entzündet. Ein Ereignis, das sich wiederholen könnte.

Auch Ex-Präsident Álvaro Uribe will „die Straße“ nutzen

Iván Garzón, Leiter des Studiengangs Politikwissenschaft an der Universidad de La Sabana, vermutet, dass „es vielleicht die Ablehnung des Friedensabkommens war, die den Leuten erst bewusst gemacht, dass der Frieden in Gefahr ist. Darum gehen sie jetzt auf die Straße, um dieses Recht zu verteidigen.“

Aus Havanna ließ Iván Márquez von der FARC-EP verlauten: „Angesichts dieses enormen Rückhalts für den Frieden unter der Bevölkerung Kolumbiens schwören wir, dass es für uns keinen anderen Weg gibt.“

Der Ex-Präsident und einer der entschiedensten Gegner des Friedensabkommens mit der FARC, Álvaro Uribe, unterstrichen jedoch, „die Straße“ sei auch für ihn und für seinen Kampf eine Ressource.

 

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