Keine Einigung über Wasserkraftwerk Itaipú


(Rio de Janeiro, 08. Mai 2009, púlsar).- Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva und Paraguays Präsident Fernando Lugo haben auf einem Treffen in Brasilia keine Einigung über das Wasserkraftwerk Itaipú erzielen können. Die beiden Präsidenten waren in der brasilianischen Hauptstadt zusammen gekommen, um über Energiefragen zu beraten. Dabei stand der jahrelange Streitpunkt Itaipú erneut auf der Tagesordnung. Nun wollen beide Staatschefs auf einem für Juli anberaumten Treffen in Asunción, Paraguay, erneut über das Wasserkraftwerk sprechen.

Das Wasserkraftwerk Itaipu, gelegen am Fluss Paraná in der Grenzregion Brasilien–Paraguay, wurde 1982 in Betrieb genommen und in einer brasilianisch-paraguayanischen Kooperation erbaut. Der Betreibervertrag sieht vor, dass beiden Ländern 50 Prozent der erzeugten Energie zusteht. In den derzeitigen Verträgen wird Paraguay jedoch deutlich benachteiligt: so muss das Land den Anteil der in Iaipú erzeugten und nicht selbst genutzten Energie zu einem festen Tarif, der deutlich unter Marktpreis liegt, an Brasilien verkaufen. Paraguay nutzt derzeit nur rund fünf Prozent der ihm zustehenden 50 Prozent für den eigenen Energiebedarf und so möchte Präsident Lugo erreichen, einen Teil der ihm zustehenden Energie frei auf dem brasilianischen Markt oder in andere Länder verkaufen zu können, um höhere Erlöse zu erzielen. In der Diskussion ist auch eine längere Laufzeit für die Rückzahlung der Schulden, für die Paraguay wegen des Itaipú-Baus bei Brasilien in der Kreide steht.

Das Wasserkraftwerk Itaipú besitzt den zweitgrößten Staudamm der Welt. Für seinen Bau wurden insgesamt 40.000 Menschen, v.a. Guaraní-Indígenas, vertrieben und große Flächen subtropischen Regenwalds abgeholzt. Beim Bau des Kraftwerks kamen 145 Personen ums Leben.

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