Honduras

Kein Geld mehr für Agua Zarca


Transparent

Die Organisation Copinh wehrt sich weiter. Foto: Democracy Now

(Berlin, 5. Juni 2017, democracy now/poonal).- Wie honduranische Medien berichten, haben internationale Geldgeber angekündigt, das geplante Kraftwerk Agua Zarca in Honduras nicht mehr zu finanzieren. Gegen das Wasserkraftprojekt hat es seit Jahren Widerstand gegeben; die prominenteste Gegnerin war die Umweltaktivistin Berta Cáceres, die wegen ihres Kampfes gegen das Projekt im März 2016 ermordet wurde. Der britische Guardian schreibt, dass die niederländische Bank FMO und der finnische Geldgeber FinnFund angekündigt haben, sich komplett aus dem Projekt zurückzuziehen. Der größte Geldgeber des Projektes, die Zentralamerikanische Bank für Wirtschaftliche Integration BCIE teilte mit, dass sie die Finanzierung bereits zuvor eingestellt habe.

Damit haben sich sämtliche internationalen Geldgeber von dem umstrittenen Projekt verabschiedet. Sie hatten zuvor Kredite in Höhe von 44 Millionen US-Dollar für das Staudammprojekt am Gualcarque-Fluss zugesagt, der für das Volk der Lenca heilig ist und gegen den Cáceres bis zu ihrem Tod mit ihrer Organisation COPINH gekämpft hatte.

Für den Mord an Berta Cáceres sitzen bislang acht Männer in Haft. Die Hintermänner sind nicht bekannt, aber: Drei der verhafteten Männer waren Militärs, einer arbeitete für das Energieunternehmen DESA, welches hinter Agua Zarca steht. Einer der beiden Hauptanteilseigner von DESA ist das Unternehmen Pemsa. deren Präsident Roberto Castillo auch der Präsident von DESA ist und der zuvor beim Militärgeheimdienst war. Der andere Hauptanteilseigner gehört der einflussreichen Familie Atala, die drei von sieben Aufsichtsratsposten bei DESA hat. José Eduardo Atala Zablah ist Honduras-Direktor der BCIE, sein Cousin war Minister für Investitionen und ist Präsident der größten Bank von Honduras. Da wird eine lückenlose Aufklärung schwer.

CC BY-SA 4.0 Kein Geld mehr für Agua Zarca von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Mutmaßliche Verwicklungen von Militärs und Politiker*innen in den Mordfall Berta Cáceres Von Jutta Blume (Berlin, 16. Mai 2016, npl).- Fast genau zwei Monate nach dem Mord an der bekannten Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres wurden am 2. Mai vier Tatverdächtige verhaftet, kurz darauf ein weiterer. Drei der Männer sind oder waren Militärangehörige, einer ist Angestellter des Unternehmens Desarrollos Energéticos S.A. (DESA). Mitglieder des Zivilen Rats der Basis- und indigenen Organisationen von Honduras (COPINH), deren Koordinatorin Cáceres war, glauben, das...
Mord an Berta Cáceres – 16 Monate später Von Erika Harzer Bruder am Grab von Berta Cáceres, Februar 2017 / Foto: © Erika Harzer (Berlin, 25. Juli 2017, npl).- Mitte Juni 2017 verkündete die honduranische Staatsanwaltschaft den baldigen Prozessbeginn gegen vier der acht Untersuchungshäftlinge im Mordfall Berta Cáceres. Die weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannte Feministin, Menschenrechts- und Umweltaktivistin und Anführerin des Rates der indigenen Völker von Honduras COPINH, war am 2. März 2016 in La Esp...
onda-info 412 Hallo und willkommen zum onda-info 412! In Berlin haben wir die Ausstellung„Huellas de la la Memoria - Spuren der Erinnerung“ besucht. Eine beeindruckende Raum-Installation über die Verschwundenen in Mexiko und die Suche der Angehörigen. Bis zum 22.7. könnt ihr die Ausstellung noch in der Galerie Neurotitan im Haus Schwarzenberg in Berlin sehen, natürlich kostenfrei. Danach geht es für zwei Beiträge nach Honduras. 16 Monate nach dem Mord an der Umwelt- und Menschenrechtsa...
Siemens geht Nachfragen zu Menschenrechten aus dem Weg Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser: Keine direkte Beteiligung von Siemens Siemens waren ausführliche Dossiers vorgelegt worden, in denen unter anderem die fehlenden freien, vorherigen und infomierten Konsulationen der betroffenen indigenen Gemeinschaften beschrieben sind. Außerdem werden illegale Landaneignungen und weitere kriminelle Machenschaften von Staudammbetreibern, die Verletzung der Menschenrechte auf Ernährung und Wasser, des Rechtes auf Leben, auf Meinungs- und Versa...
Siemens im Isthmus von Tehuantepec Siemens ist seit mehr als 120 Jahren in Mexiko aktiv Es geht nicht darum, ein Urteil über die Windmühlen zu fällen, sondern über die Betreiber dieser Giganten. Was die europäischen Windradunternehmen angeht so kennen wir ihre Namen. Eines, das von einem schäbigen Ort aus und fast anonym Millionen mit den Windkraftparks im Isthmus einstreicht, ist das deutsche Konsortium Siemens. Siemens gehört zu den großen kapitalistischen Global Playern. Laut seiner Darstellung auf der Webs...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.