Kolumbien

Katholische Kirche: Freilassung von Geiseln verläuft schleppend


Foto: Silvia Andrea Moreno, flickr(Venezuela, 02. November 2009, telesur).- Der Generalsekretär der kolumbianischen Bischofskonferenz, Bischof Juan Vicente Córdoba, hat erklärt, dass die Freilassung der Geiseln zwar noch im Gespräch sei, es aber zu Verzögerungen bei der logistischen Vorbereitung komme. Am 2.11. rief er die Regierung auf, den Prozess zu beschleunigen, und hob hervor, dass die Guerilla auch weiterhin zu einer Übergabe der Geiseln bereit sei.

Bischof Córdoba fordert mehr Engagement der Regierung

Die katholische Kirche vermittelt bei den Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln, die sich in der Gewalt der kolumbianischen Guerilla befinden. „Ich möchte die Regierung mit allem Respekt darum bitten, Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, die zwar nicht gestoppt ist, aber nur sehr schleppend vorankommt“, so Córdoba. Der Geistliche mahnte eindringlich: „Wir müssen die Freilassung der beiden Soldaten und die Übergabe des Leichnams von Major Guevara vorantreiben.“ Er versicherte, dass die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) weiterhin gewillt seien, die Geiseln zu übergeben: „Die Verhandlungen sind nicht abgebrochen worden.“

Am 16. April hatten die FARC in einer Erklärung ihre Bereitschaft zur einseitigen Freilassung des Soldaten Pablo Emilio Moncayo sowie die Übergabe des Leichnams von Major Julián Ernesto Guevara angekündigt, der in der Gefangenschaft eines natürlichen Todes gestorben war. Später kündigten sie auch die Freilassung des Berufssoldaten Josué Daniel Calvo Sánchez an. Doch seitdem stellte die kolumbianische Regierung immer wieder neue Bedingungen, die eine Freilassung der erwähnten Geiseln zur Utopie werden ließen. Erst als die Regierung entschied, die katholische Kirche als Vermittlerin einzuschalten, weckte dies neue Hoffnungen unter den Angehörigen auf eine baldige Heimkehr der Gefangenen.

Senatorin Córdoba soll mit an den Verhandlungstisch

Die FARC hatten die Anwesenheit des Vaters von Pablo Emilio Moncayo (dem bekannten „Friedenswanderer“ Gustavo Moncayo) sowie der Senatorin Piedad Córdoba bei der Freilassung der Geiseln gefordert. Die oppositionelle Senatsabgeordnete Piedad Córdoba setzt sich mit der von ihr geleiteten Menschenrechtsgruppe „Kolumbianerinnen und Kolumbianer für den Frieden“ (Colombianos y Colombianas por la Paz) schon seit Jahren für ein humanitäres Abkommen bzw. die Freilassung aller Kriegsgefangenen ein. Sie war im Februar dieses Jahres bei der Übergabe von vier Soldaten und zwei Politikern durch Einheiten der Guerilla anwesend. Der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe hatte Piedad Córdoba als „Organisatorin“ der Freilassung der Gefangenen zugelassen, aber gleichzeitig durchgesetzt, dass Vertreter der katholischen Kirche als Vermittler auftreten.

Nach Angaben der FARC sitzen über 500 ihrer Mitglieder*innen in staatlichen Gefängnissen, während sie selbst 22 Soldaten als Geiseln halten, die sie als austauschbare Kriegsgefangene bezeichnen. Die Guerillaorganisation fordert ein humanitäres Abkommen, um beide Gruppen auszutauschen.

 

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