Kolumbien

Kampagne gegen sexistische Reggaetón-Texte


(Montevideo, 11. Juni 2014, comcosur).- Junge kolumbianische Fotograf*innen haben eine Initiative unter dem Motto „sei vernünftig und lass dich nicht durch die Musik herabwürdigen“ („Usa la razón, que la música no degrade tu condición“) gegründet. Mit diesem Motto und schockierenden Bildern versuchen Alejandra Hernández, Lineyl Ibáñez und John Fredy Melo, junge Leute für die häufig gewalttätigen und sexistischen Texte dieses populären Musikstils zu sensibilisieren. Die Fotograf*innen haben gewalttätige Szenen nachgestellt und mit Texten von Künstlern wie Daddy Yankee und Tego Calderón in Verbindung gebracht. Diese Kampagne gegen den Reggaetón hat in den sozialen Netzwerken und Medien in ganz Lateinamerika geteilte Reaktionen hervorgerufen.

Die Initiative geht auf die kolumbianische Fotografin Lineyl Ibáñez und eine Gruppe von Grafikdesign-Student*innen von der Universität Jorge Tadeo Lozano zurück. Damit wollen sie den sexistischen und gewaltverherrlichen Inhalt dieses angesagten Musikstils hervorheben. „Die Kritik richtet sich gegen die Inhalte der Lieder, die Frauen nur als Sexobjekte darstellen. Sie werden nicht nur in den Texten angegriffen, sondern auch in den Videos als Sexsymbole benutzt, was der Musik mehr Popularität verleiht“, erklärt Ibáñez auf ihrem Facebook-Account. Die Kampagne hat auf Facebook bereits über 11.000 „Likes“.

CC BY-SA 4.0 Kampagne gegen sexistische Reggaetón-Texte von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


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