Mexiko

Kampagne für die Gefangenen aus Atenco


(Rio de Janeiro, 18. Februar 2009, púlsar).- Elf Menschenrechts- und 21 weitere Organisationen haben sich in Mexiko zusammengeschlossen, um durch eine nationale und internationale Kampagne die Freilassung der 13 Gefangenen aus San Salvador Atenco zu erreichen. Im Rahmen der Kampagne mit dem Titel „Freiheit und Gerechtigkeit für Atenco“ wollen sich Menschenrechtsgruppen stärker vernetzen. Allerdings plane man noch nicht, internationale Menschenrechtsinstanzen bzw. Gerichtshöfe anzurufen, war aus den Verlautbarungen der an der Kampagne beteiligten Organisationen zu erfahren.

In ganz Mexiko soll mit Tausenden von Plakaten, Flyern und Radiospots auf das Schicksal der Gefangenen hingewiesen werden. In San Salvador Atenco und Texcoco, nördlich von Mexiko-Stadt gelegen, war es im Mai 2006 zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Anwohner*innen der Region und Sicherheitskräften gekommen. Auslöser waren Proteste der Bewohner*innen von Atenco und Texcoco sowie von Mitgliedern des Zusammenschlusses der Völker zur Verteidigung des Landes FPDT (Frente de Pueblos en Defensa de la Tierra) gegen die Vertreibung von ambulanten Blumenverkäufer*innen. Als sich die Proteste ausweiteten, kamen auch Unterstützer*innen aus anderen Teilen des Landes, u.a. Mitglieder der Otra Campaña, nach Atenco und solidarisierten sich mit den Anwohner*innen. Die Polizei ging während der Proteste mit unglaublicher Brutalität gegen die Menschen aus Atenco vor. 207 Personen wurden festgenommen und zwei ermordet, unzählige Häuser illegal durchsucht. 26 Frauen wurden nach ihrer Festnahme durch die Polizei zu Opfern von sexuellen Übergriffen oder Vergewaltigungen, viele der Verhafteten wurden im Polizeigewahrsam gefoltert und geschlagen (siehe u.a. Poonal Nr. 716, 792, 800)

Die Organisationen der Kampagne rufen die Zivilgesellschaft dazu auf, am 3., 4. und 5. Mai, dem 3. Jahrestag der Geschehnisse, Solidaritätsaktionen mit den Gefangenen von Atenco durchzuführen. Die Webseite der Atenco-Kampagne findet sich unter www.atencolibertadyjusticia.com.

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