Argentinien

Interamerikanischer Gerichtshof entkräftet Argumente von AbtreibungsgegnerInnen


alt(Buenos Aires, 14. Juli 2011, púlsar).- Die Referentin für Frauenrechte des Interamerikanischen Gerichtshofs CIDH (Corte Interamericana de Derechos Humanos) sprach sich am 14. Juli in Buenos Aires vor den Abgeordneten der Kommission der Strafgesetzgesetzgebung für die Legalisierung von Abtreibungen aus.

 

 

Legale Abtreibung kein Widerspruch zu CIDH-Statuten

In einer öffentlichen Anhörung anlässlich der Debatte zu einem Gesetzesprojekt, das den straffreien Schwangerschaftsabbruch einführen will, erklärte die Anwältin Luz Patricia Mejía, legale Abtreibungen stünden nicht im Widerspruch zu den Konventionen des CIDH.

Mejía empfahl, die im vorigen Jahr vom Unterhaus eingebrachte Initiative nicht allein auf der Basis von religiösen Positionen zu diskutieren. Die Debatte dieses Gesetzes müsse auch vor einem juristischen Hintergrund geführt werden, denn „der Staat trägt rechtliche Verantwortung“ auf dem Gebiet der Gesundheit, so die Anwältin.

400.000 heimliche Abtreibungen jährlich

Mit ihren Aussagen reagierte Mejía auf die Argumentation von Gegner*innen der Gesetzesinitiative. Diese hatten argumentiert, die Legalisierung von Abtreibungen würde gegen die Interamerikanische Konvention verstoßen, nach der auch die argentinische Verfassung ausgerichtet ist. Die Referentin des CIDH wies hingegen darauf hin, dass „Todesfälle in Folge von heimlichen Abtreibungen die häufigste Todesursache in der Region“ sind.

Schätzungen des argentinischen Gesundheitsministeriums zu Folge gibt es in Argentinien jedes Jahr rund 400.000 heimliche Abtreibungen. Laut Daten, die jüngst von der Kampagne “Mehr Information ‒ Weniger Risiken” veröffentlicht wurden, werden jährlich etwa 68.000 Argentinierinnen in Krankenhäuser eingewiesen, weil sie gesundheitliche Probleme infolge eines Schwangerschaftsabbruchs haben.

CC BY-SA 4.0 Interamerikanischer Gerichtshof entkräftet Argumente von AbtreibungsgegnerInnen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

onda-info 455
79
Hallo und willkommen zum onda-info 455. Diesmal haben wir zwei längere Beiträge für Euch. Anlässlich des dritten Jahrestages der Ermordung der honduranischen Umweltaktivistin Berta Cáceres beleuchten wir welchen Gefahren Menschenrechts- und Umweltaktivist*innen in Lateinamerika ausgesetzt sind. Danach folgt ein Beitrag der Kolleg*innen von Radio Dreyeckland. Sie haben sich das mexikanische Justizsystem genauer angeschaut und gehen der Frage nach, ob Gefängnisse ein Spie...
Argentinien #19F: Wieder landesweite Proteste für das Recht auf Abtreibung
99
(Buenos Aires, 21. Februar 2019, ANRed).- Der 19. Februar ist zu einem weiteren Tag des feministischen Kämpfens und Zusammenkommens geworden, seit vor einem Jahr der erste landesweite „Pañuelazo“ durchgeführt wurde. Die grünen Halstücher (pañuelos) sind das Symbol der Bewegung für das Recht auf Abtreibung und dürfen bei keinem Protestmarsch fehlen. Bisher wurde das neue Gesetz zur Legalisierung von Abtreibung nur im Abgeordnetenhaus verabschiedet, der Senat stimmte dagegen. ...
Freiheit nach fast drei Jahren Gefängnis wegen Fehlgeburt
110
(Mexiko-Stadt, 15. Februar 2019, cimacnoticias).- Nach 33 Monaten in Haft wurde am Freitag, 15. Februar, Evelyn Hernández aus El Salvador freigelassen. Ein Gericht in der Stadt Cojutepeque hatte geurteilt, dass sie ihren zweiten Prozess in vorläufiger Freiheit abschließen soll. Die junge Frau wurde im Juli 2017 von einer Richterin desselben Gerichts zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Nery Velásquez Joya befand sie des schweren Mordes für schuldig, nachdem Evelyn im Alter v...
Mexikanische Regierung entschuldigt sich bei Lydia Cacho
171
(Oaxaca-Stadt, 16. Januar 2019, npl).- Am 10. Januar dieses Jahres erkannte der mexikanische Staat offiziell seine Verantwortung für die Entführung und Misshandlung der Journalistin Lydia Cacho an. In einer Zeremonie im Innenministerium in Mexiko-Stadt bat die mexikanische Regierung die international bekannte Journalistin um Entschuldigung. Die Entschuldigung erfolgte knapp sechs Monate nachdem Ende Juli 2018 die UN-Menschenrechtskommission Mexiko aufgefordert hatte, eine unp...
onda-info 450
97
Hallo und Willkommen beim onda-info 450, wir begrüßen euch alle im neuen Jahr und freuen uns, euch ein backfrisches onda-info präsentieren zu dürfen. Ihr hört zunächst einen Beitrag aus dem südmexikanischen Oaxaca. Dort wurden über 300 Bergbau-Konzessionen vergeben. Doch in vielen der betroffenen indigenen Gemeinden formiert sich Widerstand gegen den Abbau von Gold, Silber und anderen Erzen. Eine wichtige Rolle in dem Kampf gegen die Minen spielt das Radio. Ihr hört ein pa...