Uruguay

Insektizid Fipronil zerstört Tausende von Bienenstöcken


(Berlin, 20. März 2009, poonal-púlsar).- Die Vereinigung der Imker*innen Uruguays SAU (Sociedad Apícola del Uruguay) fordert seit Ende 2008, dass das Versprühen von Fipronil verboten werden soll. Die Substanz habe zum Tod von rund 10.000 Bienenstöcken im ganzen Land geführt. Unterstützt wird die Organisation darin vom Netzwerk gegen Pestizide und für Alternativen in Lateinamerika RAP-AL. Bereits seit dem Jahr 2004 warnt SAU vor den Auswirkungen von Fipronil und fordert, dass Studien zu den Auswirkungen dieser Substanz und anderer Insektizide auf die Umwelt durchgeführt werden sollen.

Fipronil wurde im Jahr 2004 vom Ministerium für Vieh- und Landwirtschaft sowie Fischerei als Ersatzstoff für Mirex eingeführt, ein Mittel, das gegen Ameiesen wirkt. Bereits damals war der Verkauf von Fipronil in Frankreich verboten.

RAP-AL weist darauf hin, dass Fipronil nicht nur Bienen, sondern auch Fische und Vögel schädigt. Das Mittel sei generell giftig für die Gesundheit von Mensch und Tier. Zwischen 2005 und 2008 hatte sich der Verbrauch von Fipronil in Uruguay verzwangzigfacht.

Im vergangenen Dezember kam es dann in Uruguay zu einer Langustenplage und das Landwirtschaftsministerium empfahl nach Angaben der Koordinatorin von RAP-AL Uruguay, María Isabel Cárcamo, den Einsatz von Fipronil. „Das war ein schrecklicher Fehler, denn so wurden Tausende von Bienenstöcken im ganzen Land zerstört“, so Cárcamo. Am meisten davon betroffen seien die Departements Colonia, Florida, Paysandú und Flores. Einige Zeit später, im Februar 2009, sei dann ein teilweises Versprühungsverbot für Fipronil ausgesprochen worden. Laut RAP-AL ein Fortschritt, jedoch „bei weitem nicht ausreichend“.

Am 20. März forderte SAU die Entlassung von Humberto Almiratti aus dem Landwirtschaftsministerium. Er habe die Benutzung von Fipronil ermöglicht. Die Organisation warnt davor, dass Honig, Fleisch, Milch und andere Milchprodukte mit Rückständen von Fipronil belastet sein könnten. Man spiele mit einer Zeitbombe, auch das Ausland sei aufgrund von Exporten dieser Produkte betroffen.

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