Mexiko

Initiative kämpft für die Anhebung des Mindestalters für Eheschließungen


von Gloria Analco

(Mexiko, Oktober 2014, semlac).- Vor einigen Monaten wurde in Mexiko auf Betreiben von Verónica Beatriz Juárez Piña, Präsidentin der Kommission für Kinderrechte des Abgeordnetenhauses in Mexiko, eine Initiative gegründet, die sich für die Anhebung des Mindestalters für Eheschließungen auf 18 Jahre einsetzt und somit die Reform, Erweiterung und Aufhebung mehrerer Bestimmungen des bürgerlichen Zivilrechts anstrebt.

Die Abgeordnete argumentierte, so sei dann „ein Präzedenzfall geschaffen, der es den Institutionen des Bundes erleichtert, ihre kommunale Gesetzgebung zu ändern“ und das Mindestalter für Eheschließungen anzuheben. Wie Juárez berichtete, liegt das Mindestalter in den Bundesstaaten Baja California, Campeche, Chihuahua, Durango, Estado de México, Michoacán, Nuevo León, Nayarit, Oaxaca, Sinaloa, Tabasco, Tamaulipas, Tlaxcala, Veracruz und Yucatán immer noch bei 14 Jahren für Mädchen und bei 16 für Jungen.

Kinderrechte sollen im Vordergrund stehen

Die Initiative setzt sich dafür ein, dass weniger Ehen zwischen Jugendlichen oder sogar Kindern geschlossen werden, um Gewalt gegen jungen Mädchen und Schwangerschaften junger Mädchen zu vermindern. Mit der Umsetzung dieser Idee werde das Prinzip des Kinderwohls und die Wahrung der Kinderrechte, ihr Zugang zu Bildung und Entwicklungschancen im Allgemeinen sowie der uneingeschränkte Genuss ihrer Rechte in den Vordergrund gerückt, erklärte Juárez Piña.

Sie wies zudem darauf hin, dass das UNO-Kommittee für Kinderrechte den mexikanischen Staat bereits aufgefordert hatte, das Mindestalter für Eheschließung auf 18 heraufzusetzen – bis zum heutigen Tag wurde diese Aufforderung jedoch ignoriert, obwohl die Verfassung des Landes vorgibt, dass internationale von der Regierung des Landes unterzeichnete Abkommen im Zusammenhang mit Menschenrechtsfragen auf jeden Fall bindend seien.

Frühgeburten häufige Todesursache bei jungen Mädchen

Bei der Altersgruppe junger Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren stehen Frühgeburten in der Liste der häufigsten Todesursachen an sechster Stelle. Schwangerschaften bei jungen Mädchen stellen somit ein beträchtliches Gesundheitsrisiko dar. Der Organismus sehr junger Mädchen sei noch nicht bereit für eine Schwangerschaft, somit könnten nach der Geburt schwere gesundheitliche Beschwerden auftauchen. Die Säuglingssterblichkeit sei bei sehr jungen Mädchen sehr hoch, und viele Kinder stürben schon vor ihrem fünften Geburtstag.

Nach Ansicht der UNO stelle die Kinderheirat eine schwere Missachtung der Kinderrechte dar, denn ihnen werde damit eine Verantwortung aufgebürdet, der sie weder physisch noch psychisch gewachsen sei, so die Abgeordnete. „Für die Mädchen bedeutet die Verheiratung im Kindesalter eine lebenslange Verbannung in eine Lebensform, die der Sklaverei sehr ähnelt“, erklärte sie.

Zu den negativen Folgen zähle die Trennung von der Familie und den Freunden, den Abbruch ihrer Ausbildung und damit eine Verminderung ihrer Entfaltungsmöglichkeiten, dazu möglicherweise Zwangsarbeit, Versklavung, Prostitution, sexuelle Nötigung und Gewalt sowie gesundheitlichen Probleme durch vorzeitige Schwangerschaften und Ansteckung mit sexuell übertragbare Krankheiten.

CC BY-SA 4.0 Initiative kämpft für die Anhebung des Mindestalters für Eheschließungen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Sinaloa-Kartell für Mord an Journalistin verantwortlich Die Journalistin Miroslava Breach aus Chihuahua wurde aufgrund ihrer Arbeit ermordet. Foto: Desinformémonos (Ciudad Juarez, 12. Oktober 2017, desinformémonos).- Wie die Generalstaatsanwaltschaft von Chihuahua mitteilte, ist die Korrespondentin der Tageszeitung La Jornada, Miroslava Breach Velducea von der kriminellen Organisation Gente Neva, dem bewaffneten Arm des Sinaloa-Kartells, ermordet worden. Die Identität der Person, die Breach am 23. März 2017 außerhalb ihres Hau...
Veracruz: Journalist Mussio Cárdenas erstattet Anzeige nach Morddrohungen Der Journalist Mussio-Cardenas aus Veracruz erhielt Morddrohungen - hat das öffentlich gemacht und  Anzeige erstattet / Foto: desinformemonos (Mexiko-Stadt, 05. September 2017, desinformémonos).- Nachdem der Journalist Mussio Cárdenas Arellano Morddrohungen erhielt, deren mutmaßlicher Absender das Drogenkartell der Zetas ist, erstattete er Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Veracruz in Coatzacoalcos. Die Anzeige des Journalisten richtet sich ...
Mord an 18 Kolleg*innen – Journalist*innen fordern Ermittlungen gegen Javier Duarte Duarte darf nicht entkommen / Foto: Cuartoscuro (Mexiko-Stadt, 19. Juli 2017, desinformemonos).- Der Journalistenverband Red Veracruzana de Periodistas hat Ermittlungen gegen den ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates Veracruz im Südosten Mexikos wegen des Mordes an 18 Kolleg*innen und gewaltsamem Verschwindenlassen von drei Medienassistent*innen während seiner Amtszeit gefordert. Der ehemalige Gouverneur wird wegen Korruption und Veruntreuung von öffentlichen Geldern an...
Verschwundener Journalist ermordet aufgefunden Salvador Adame ist bereits der achte in Mexiko ermordete Journalist in diesem Jahr. Foto: Desinformémonos (Mexiko-Stadt, 26. Juni 2017, desinformémonos).- Die Staatsanwaltschaft von Michoacan hat es am 26. Juni bestätigt: Der von der Staatspolizei gefundene verbrannte Körper gehört zu dem Journalisten Salvador Adame Pardo, der am 18. Mai in der Provinz Nueva Italia entführt worden ist. Damit ist Adame nun der achte ermordete Korrespondent in Mexiko in diesem Jahr. Sein...
Indigene Marathongewinnerin mit Rock und Sandalen Die 22-jährige Indigene María Lorena Ramírez gewinnt einen Marathonlauf in Sandalen und Rock. Foto: Servindi (Lima, 22. Mai 2017, servindi/hispantv).- Es ist eines der Bilder, von denen ganz Mexiko spricht: Eine junge Indigene hat den Bergmarathon in der Gemeinde Cerro Rojo, im Bundesstaat Puebla gewonnen. Und das ganz ohne professionelle Ausrüstung: ohne Sportschuhe, ohne speziellen Läufergürtel für Verpflegung und Getränke, sondern nur bekleidet mit einem Rock und einfa...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.