Brasilien

Indigene verlassen Belo-Monte-Baustelle


Indigene werden zu Verhandlungen nach Brasilia geflogen. Foto: Antonio Cruz/Agencia Brasil (CC BY 3.0 BR) (Brasilia, 04. Juni 2013, prensa latina).- Indigene Aktivist*innen haben am 4. Juni die eine Woche zuvor besetzte Baustelle des umstrittenen Wasserkraftwerks Belo Monte wieder verlassen. Die Baustelle des Staudammprojekts befindet sich im brasilianischen Bundesstaat Pará im Amazonasgebiet. Schon mehrfach war die Baustelle zum Ziel von Besetzungen und Protestaktionen geworden.

 

Nach Verhandlungen wurden 200 Indigene mit Flugzeugen der Luftwaffe in die brasilianische Hauptstadt Brasilia geflogen, um dort mit dem Generalsekretär der Präsidentschaft, Gilberto Carvalho und Vertreter*innen der Ministerien für Justiz, sowie Energie und Bergbau zu sprechen.

Die Indigenen fordern, die Arbeiten am Staudamm und dem Wasserkraftwerk zu stoppen, bis Umweltstudien vorliegen die belegen, dass die Umwelt von dem Kraftwerk nicht beeinträchtigt wird. Zudem bestehen sie auf einer vorhergehenden Konsultation, so wie es die Verfassung vorsieht.

Erneute Besetzung möglich

Valdenir Munduruku, ein Sprecher der Indigenen, kündigte an, nach Belo Monte zurückzukehren und die Bauarbeiten erneut zu stoppen, sollte das Treffen mit Carvalho und den Vertreter*innen der Ministerien nicht zufriedenstellend verlaufen: „Wir wissen, dass die Regierung die Arbeiten so schnell wie möglich abschließen will, was unsere Position erschwert; dennoch hoffen wir, dass unsere Forderungen erfüllt werden. Wir wollen mit konkreten Antworten aus dem Treffen gehen.“

Die Bauarbeiten hatten im März 2012 begonnen. Seitdem mussten die Arbeiten immer wieder unterbrochen werden, da die Indigenen sich gegen das Bauwerk richteten. Laut einer Studie des Indigenen Missionsrats CIMI (Consejo Indigenista Misionero) und der Nichtregierungsorganisation Xingú Vivo Para Siempre soll das Staudammprojekt 516 Quadratkilometer amazonischen Regenwalds überfluten. Dies würde zur Vertreibung von etwa 50.000 Indigenen und Bauern aus dem betroffenen Gebiet führen.

 

CC BY-SA 4.0 Indigene verlassen Belo-Monte-Baustelle von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Urteil im Fall Pacific Rim gegen El Salvador erwartet Von Chris Klänie(San Salvador, 20. September 2016, amerika21).- Mit großer Spannung wird in El Salvador die Entscheidung des Internationalen Zentrums zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (CIADI) erwartet. Der transnationale Konzern Pacific Rim hatte im Jahr 2009 Klage gegen den Staat El Salvador und die Forderung auf Entschädigungszahlung von 300 Millionen US-Dollar eingereicht, weil das mittelamerikanische Land den Abbau von Gold in der Mine ...
Anklage gegen Kooperativen-Führer nach Mord an stellvertretendem Innenminister Von Helge Buttkereit(03. September 2016, amerika21).- Die mutmaßlichen Mörder des stellvertretenden Innenministers Boliviens, Rodolfo Illanes, sind nach Angaben von Generalstaatsanwalt Ramiro Guerrero identifiziert. Nachdem die Strafverfolgungsbehörden Videos der Ereignisse der vergangenen Woche sichten konnten, war es laut Guerrero möglich, die Verdächtigen festzustellen. Mittlerweile ist Anklage gegen Carlos Mamani, den Vorsitzenden der Vereinigung der Bergbaukoope...
Zwei Jahre nach Flusskontamierung durch Kupfermine: Bleibende Schäden für Menschen und Natur Von Gerold Schmidt(Mexiko-Stadt, 20. Juli 2016, npl).- Am 6. August 2014 ergossen sich im nördlichen Bundesstaat Sonora 40 Millionen Liter Sulfatsäure und mehrere hundert Tonnen Schwermetalle aus einem Rückhaltebecken der Kupfermine des mexikanischen Bergbau-Unternehmens Buenavista del Cobre direkt in den Sonora-Fluss. Dutzende Kilometer verseuchter Flussläufe, Hautverätzungen bei Menschen, die mit dem Wasser in Berührung kamen und zahlreiche geschlossene Trinkwasser...
Agrarstreik geht trotz Repression weiter (Caracas, 8. Juni 2016, telesur).- Die Serie von Streiks, Straßenblockaden und Protestaktionen in Kolumbien geht ungeachtet der verschärften Repression der Regierung weiter. Am 30. Mai hatte die Minga Agraria, ein breites Bündnis aus Bauernverbänden, Gewerkschaften, Indigenen und Afro-Kolumbianer*innen mit dem unbefristeten Streik begonnen. Seitdem hat das Vorgehen der Aufstandsbekämpfungseinheit der Polizei, ESMAD, drei tote Indigene, mindestens 149 Verletzte und viel...
Die Folgen des Bergbaus sind nicht zu verantworten Von Diego Andreucci und Helga Grunberg Cazón(Quito, 12. Mai 2016, alai).- Der Bergbau hat schwerwiegende soziale und ökologische Auswirkungen. In Bolivien können die Menschen vor Ort ein Lied davon singen. Was hatte die neue Verfassung aus dem Jahr 2009 nicht alles versprochen: Rechte für die Indigenen und für die lokalen Gemeinschaften, Umweltschutz und die Nutzung des Wassers vor allem für lebensnotwendige Zwecke. Mit Initiativen wie diesen weckte die Regierung von...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *