Kolumbien

Indigene beklagen Morddrohungen von FARC-Abspaltungen


Die Indigene Garde will sich nicht einschüchtern lassen. Foto: CRIC

(Bogotá, 9. Juli 2019, servindi).- Die Koordinator*innen der sogenannten Indigenen Garde (Guardia Indígena) im Norden des kolumbianischen Bundesstaats Cauca machten am 8. Juli Morddrohungen gegen sie von einer abgespaltenen Gruppe der demobilisierten FARC öffentlich.

Offenbar erhielt die Indigene Garde die Drohungen, weil sie zusammen mit den öffentlichen Streitkräften Maßnahmen ergriffen hatte, um das Vorgehen der bewaffneten Gruppe in ihrem Gebiet zu verhindern. „Ihr Einsatz gegen den Drogenhandel, das Zerstören von Waffen, das Festnehmen von Angehörigen der abgespaltenen FARC-Gruppierung und das Sicherstellen von Motorrädern und Fahrzeugen sind vermutlich die Ursache für die Drohungen“, sagte Joe Sauca, Menschenrechtskoordinator des Indigenen Regionalrates des Cauca CRIC (Consejo Regional Indígena del Cauca). Die Drohungen gegenüber der Indigenen Garde wurden durch Flugblätter bekannt, in denen der Befehl zur Ermordung ihrer Koordinator*innen gegeben wurde.

„Die Indigene Garde ist wachsam“

Laut Sauca wird in den Flugblättern angeprangert, dass die Indigenen mit den öffentlichen Streitkräften zusammengearbeitet hätten, um die Mitglieder der in diesem Gebiet aktiven Abspaltung der FARC festzunehmen. Diese akzeptieren das Friedensabkommen nicht, das 2016 zwischen der Regierung und der ehemaligen FARC-Guerilla 2016 unterzeichnet wurde. Aus diesem Grund sei „die Indigene Garde im gesamten Bundesstaat Cauca wachsam“, so Sauca.

Die indigene Garde oder Wache (Guardia Indígena) ist eine von den indigenen Gemeinden geschaffene Struktur zur Verteidigung ihres Gebiets, ihrer Autonomie und Kultur. Sie ist nicht als Polizeistruktur konzipiert, sondern als humanitärer und ziviler Widerstandsmechanismus, mit der das indigene Kollektiv ihre Kultur schützt und ihr eigenes Recht ausübt.

Zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 28. Februar 2019 wurden laut der kolumbianischen Menschenrechts-Ombudsstelle mindestens 462 politische Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen ermordet. Die meisten von ihnen starben durch paramilitärische Gruppen.

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