Kolumbien

Indígenaorganisationen prangern Morde an


(Fortaleza, 19. Mai 2009, adital).- Die indigenen Völker aus der Region des kolumbianischen Flusses Río Cauca haben die Ermordung von zwei weiteren Indígenaführern gemeldet. Die Zahl der Opfer erhöht sich damit von Woche zu Woche. Die jetzt ermordeten Vertreter hatten vorher wiederholt Morddrohungen erhalten und diese öffentlich angezeigt.

Der Regionale Indígenarat des Departements Cauca CRIC (Consejo Regional Indígena del Cauca) teilte in einer Erklärung mit, am Montag, den 18. Mai, sei der Indígenavertreter Roberth Guachetá von Unbekannten ermordet worden. Zuvor hatte er mehrere Morddrohungen erhalten. Guachetá, stellvertretende Vorsteher des Resguardo (indigenen Territoriums) Honduras der Páez-Indígenas (Nasa) im Departement Cauca im Südwesten des Landes, stand unter dem Schutz der Interamerikanischen Menschenrechtskommission CIDH.

In der Erklärung zum Mord an Guachetá wird ausgeführt, dieser habe sich „ablehnend gegenüber der Einführung des Anbaus illegaler Kulturen in der Gegend geäußert und die Politik des kolumbianischen Staates kritisiert, der den Goldförderunternehmen Territorien überlässt“.

Die Indígenaorganisation des Departements Antioquia OIA (Organización Indígena de Antioquia) musste die Ermordung von Manuel Martínez Velásquez bekannt geben, dem Vertreter des Volkes der Zenú. Martínez Velásquez sei in der Nähe der Siedlung „El Tigre Dos“ im Landkreis Caucasia am unteren Cauca in Antioquia ermordet worden. Am Abend des 13. Mai sei eine Gruppe Bewaffneter in die Wohnung des Indígenaführers eingedrungen und habe verlangt, mit ihm zu sprechen. Anschließend sei er gegen seinen Willen verschleppt worden. Am 14. Mai wurde er dann tot auf der Straße zwischen El Tigre Dos und der Gemeinde Caucasia aufgefunden, mit sechs Schusswunden.

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