Ecuador

Indígena-Dachverband der Kichwa (ECUARUNARI) bricht Dialog mit der Regierung ab


(Buenos Aires, 08. Januar 2010, púlsar).- Der Indígena-Dachverband von Organisationen der Kichwa aus dem ecuadorianischen Hochland ECUARUNARI (Confederación de los Pueblos de Nacionalidad Kichwa del Ecuador) hat den Abbruch des Dialogs mit der Regierung von Präsident Rafael Correa bestätigt. Grund dafür sei der fehlende politische Wille der Regierung, den Dialog fortzusetzen und zu Übereinkünften zu kommen.

Dies bekräftigte der neue Vorsitzende der Organisation, Delfín Tenesaca, in Quito während seiner Amtsübernahme am 7. Januar im Veranstaltungssaal des Hauses der ecuadorianischen Kultur (Casa de la Cultura Ecuatoriana). Weiter teilte er mit, dass ECUARUNARI die Entscheidung der anderen beiden Regionalorganisationen des Dachverbands Indigener Nationalitäten in Ecuador CONAIE (Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador) abwarten werde, um dann landesweite Aktionen zu beschließen.

Der Indígenavertreter erklärte, man werde „nicht dulden, dass Indígenaführer weiterhin beleidigt werden“. Damit bezog er sich auf eine Reihe abschätziger Bemerkungen seitens des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa über die Indígenavertreter*innen.

Nach den Indígenaprotesten im September und Oktober letzten Jahres hatte die CONAIE in einen Dialog mit der Regierung eingewilligt. Ziel war eine Diskussion über das geplante Wassergesetz, über das von der CONAIE eingereichte Projekt zum Ausbau des zweisprachigen Bildungssystems sowie die Umsetzung des Bergbaugesetzes.

Auf ihrem dritten Kongress im Dezember stellten die Delegierten von ECUARUNARI jedoch fest, dass die Regierung ihren Dialogverpflichtungen nicht nachgekommen sei und beschlossen, sich aus den Verhandlungen zurückzuziehen. Am 20. Januar findet eine außerordentliche landesweite Versammlung des Dachverbandes CONAIE statt, wo über eventuelle erneute Proteste und Mobilisierungen debattiert werden wird.

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