Peru

Indígena-Aktivist Alberto Pizango kandidiert fürs Präsidentenamt


alt(Buenos Aires, 19. November 2010, púlsar).- Alberto Pizango Chota, Indígena-Aktivist und Präsident der Indigenen Vereinigung zur Entwicklung im peruanischen Regenwald AIDESEP (Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana) wird bei den kommenden Präsidentschaftswahlen kandidieren. Er wird für die Allianz für die Alternative der Menschheit (Alianza para la Alternativa de la Humanidad) zur Wahl antreten.

Pizango als „Unruhestifter“ von Bagua beschuldigt

Derzeit darf sich Pizango nur unter Auflagen in Peru frei bewegen. Er wird beschuldigt, bei indigenen Protesten zur Störung der öffentlichen Ordnung aufgerufen zu haben und für die gewaltsamen Unruhen vom Juni 2009 in Bagua in mit verantwortlich zu sein, bei denen insgesamt 34 Personen starben. Pizango beantragte daraufhin politisches Asyl in Nicaragua. Vergangenen Juni kehrte er nach Peru zurück.

Errichtung eines plurinationaler Staats

Für den Fall, dass er die Wahl gewinne, werde er die Bildung eines plurinationalen Staats vorantreiben, der die Mutter Erde vor dem „Machtstreben der westlichen Welt“ beschützen soll. Weiter erklärte er, seine Regierung werde auf den Grundsätzen der Gegenseitigkeit, Kooperation, Solidarität und der direkten Demokratie aufbauen. Ferner verwies er auf die Bedeutung einer gesetzlichen Verankerung des Rechts der indigenen Völker auf eine vorherige Konsultation im Fall von Bauprojekten und andere die Indígena-Territorien betreffende Vorhaben.

Peru dezentralisieren

Pizango erklärte, er wolle aus seinem Land einen dezentralen Staat machen, dessen Regierung dem Willen der Peruaner*innen folge. Dies sei die einzige Möglichkeit, den Völkern ihre Selbstbestimmung zurückzugeben, die ihnen in ihren Territorien zusteht.

Bei seiner Nominierung wurde ein spirituelles Ritual zelebriert, bei dem Pizango versprach, den Willen der Völker zu respektieren, denn seine Partei sei „aus dem Volk entstanden“. Abschließend teilte er mit, seine Kampagne werde ausschließlich von den indigenen Völkern finanziert.

(Alberto Pizango/Foto: CNR)

Weitere Informationen:

Indigene auf der Palme. Massive Proteste im peruanischen Amazonasgebiet gegen Regierungsdekrete (Von Mathias Hohmann) | LN 420 (Juni 2009)

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