Karibik Lateinamerika
Menschenrechte 2015

ILO: 2,5 Millionen junge Frauen in Lateinamerika haben keinen Job


Aussichten auf höher qualifizierte Arbeit sind eingeschränkt

Davon fällt ein Anteil von 17,1 Prozent (2,565 Millionen) auf junge Frauen, der sich abhebt von den 11,4 Prozent der arbeitslosen jungen Männer. Laut ILO sind 20 Prozent der jungen Frauen in Haushalten beschäftigt „was die Aussicht auf eine berufliche Eingliederung in Tätigkeiten mit höherer Qualifizierung einschränkt“.

Zudem seien die Beschäftigungsverhältnisse von mehr als die Hälfte der arbeitenden jungen Menschen informeller Natur. Weniger als 40 Prozent verfügten über eine Sozial- und Rentenversicherung. Auch hier seien wiederum junge Frauen stärker als junge Männer betroffen.

Verantwortlich für die Verschlechterung der Qualität der Arbeitsplätze für junge Menschen in der Region sind „die Reformen zur Flexibilisierung der Arbeit, die Änderung der Produktionsschemata und die schwindelerregenden technischen Änderungen“, so die Organisation

Staaten sollen gewerkschaftliche Organisierung der Beschäftigten fördern

Die ILO empfahl den Ländern Lateinamerikas und der Karibik, die gewerkschaftliche Organisierung der Beschäftigten zu fördern und eine öffentliche Politik umzusetzen, die die Bildung und eine menschenwürdige Arbeit für die Jugend unterstütze.

Laut Beobachtungen der Internationalen Arbeitsorganisation seien die Förderung einer öffentlichen Politik, die die Gelegenheit zu qualifizierterer Arbeit gebe, sowie die Entwicklung von sozialen Programmen zur Jugendarbeit und die Gewerkschaftsfreiheit besonders wichtige Aspekte, mit denen die Arbeitsperspektiven der jungen Bevölkerung verbessert werden könne.

Diesbezüglich unterstrich die Organisation die Bedeutung, Strategien zur beruflichen Eingliederung junger Menschen zu entwickeln, die in ihren Lösungen bei jenen Rechten ansetzen, die die Vielschichtigkeit der jungen Bevölkerung anerkennen und ebenso der Tatsache gerecht werden, dass es sich um Menschen handelt denen garantiert werden muss, dass sie an der gemeinschaftlichen Entwicklung und dem Arbeitsmarkt ihrer Länder teilhaben können.

Dieser Artikel ist Teil unseres diesjährigen Themenschwerpunkts:

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