Honduras Mittelamerika
Fokus: SDGs

Honduras laut UN eines der gewalttätigsten Länder Mittelamerikas


Foto: Prensa Latina

(Tegucigalpa, 9. Juli 2019, prensa latina).- Honduras ist mit 41,7 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner*innen ganz oben auf der Liste der gefährlichsten Länder Mittelamerikas zu finden. Darüber informierte ein Bericht der Vereinten Nationen, der am 9. Juli 2019 veröffentlicht wurde.

Vor Honduras steht auf der Liste nur El Salvador mit 62 Morden, betont die Studie über Weltweite Tötungsdelikte aus dem Jahr 2019, welche vom UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC veröffentlicht wurde und auf Zahlen basiert, die im Jahr 2017 erhoben wurden.

Der Studie gemäß ist Mittelamerika mit durchschnittlich 25,9 Morden pro 100.000 Einwohner die Region mit der weltweit größten Anzahl von gewaltsamen Todesfällen. Gründe dafür sind unter anderem die Ermordungen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel und die zunehmende Anzahl von Banden.

Mittelamerika hat die meisten Tötungsdelikte weltweit

Charakteristisch für das Phänomen der Tötungen sei ihre „unberechenbare und unvorhersehbare“ Natur, so der Bericht. Er setzt Südamerika mit einer Rate von 24,2 Morden an die zweite Stelle der Liste und die Karibik, mit 15 Prozent, auf den dritten Platz der Teilregionen mit den meisten Tötungsdelikten der Welt.

Gewalt und fehlende Sicherheit seien – gemeinsam mit der Armut – die Hauptgründe, warum tausende Staatsbürger*innen aus dem Norddreieck Mittelamerikas (El Salvador, Honduras und Guatemala) jedes Jahr in die Vereinigten Staaten auswanderten.

Gewalt und fehlende Sicherheit Hauptgründe für Migration

In ganz Amerika werdeb 42 Prozent aller weltweiten Tötungsdelikte registriert, obwohl nur 13 Prozent der Weltbevölkerung in dieser Region leben. Die Studie zeigt außerdem auf, dass die Anzahl der gewaltsamen Todesfälle in Lateinamerika unter Männern zwischen acht und elf Mal höher liegt als unter Frauen.

Obwohl Frauen und Kinder generell viel weniger häufig Opfer von Tötungsdelikten werden als Männer, sind sie am meisten von Ermordungen durch ihre Partner oder durch Mitglieder der Familie betroffen. Ungefähr 60 Prozent der 87.000 Frauen, die im Jahr 2017 weltweit umgebracht wurden, waren Opfer eines Verbrechens mit geschlechtsbezogenem Hintergrund.

Der Bericht „hinterfragt Morde aus geschlechtsspezifischen Motiven, die Gewalt unter Banden und andere Probleme, mit dem Ziel, bei der Vermeidung und den Gegenmaßnahmen zu helfen, um die Anzahl der Tötungsdelikte zu verringern“, erklärte der Leiter des UN-Büros für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung UNODC, Yury Fedotov. „Die Länder haben sich verpflichtet, die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu erfüllen. Das bedeutet, alle Formen von Gewalt und die Sterblichkeitsrate, die darauf zurückzuführen ist, bis zum Jahr 2030 zu reduzieren. Der Bericht zeigt wichtige Beispiele von gemeinschaftlichen, effektiven Maßnahmen auf, die geholfen haben, Verbesserungen in den betreffende Regionen zu erzielen“, so Fedotov.

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