HONDURAS: CIDH verurteilt Zustände in honduranischen Gefängnissen


(Fortaleza, 16. Mai 2008, adital).- Die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) hat in einer Pressemitteilung den gewaltsamen Tod von 27 Häftlingen in zwei honduranischen Gefängnissen verurteilt. In der Erklärung forderte die CIDH den honduranischen Staat dazu auf zu verhindern, dass sich in Zukunft derartige Vorfälle wiederholten. Die notwendigen Maßnahmen dazu seien in Angriff zu nehmen, auch angesichts der Tatsache, dass bereits in der Vergangenheit Häftlinge immer wieder zu Opfern von Gewalttaten wurden.

Die jüngsten Entwicklungen nahmen ihren Ausgang am 26. April im Gefängnis von San Pedro Sula, das im Norden des Landes liegt. Hier hatte eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen den Insassen der Haftanstalt neun Tote und zwei Verletzte zur Folge.

Nach diesem Vorfall wurden einige der überlebenden Beteiligten in drei über das Land verteilte Haftanstalten überwiesen, 31 von ihnen in das nahe der Hauptstadt Tegucigalpa liegende Nationalgefängnis. Dort wurden sie am 3. Mai in einen weiteren Kampf mit ihren Zellengenossen verwickelt. Es starben 18 Insassen.

„Die CIDH bedauert die Vorfälle zutiefst, solidarisiert sich mit den Familien der Opfer und erinnert daran, dass der honduranische Staat nach internationalem Recht dazu verpflichtet ist, das Leben und die Integrität aller Gefangenen zu garantieren“, so die CIDH in ihrer Pressemitteilung.

Die Situation der Gefängnisse in Honduras ist durch strukturelle Probleme gekennzeichnet. Die Gefängnisbevölkerung umfasst 12.000 Insass*innen, Überbelegung ist der Normalfall. In der Haftanstalt von San Pedro Sula leben 2.000 Menschen, im Nationalgefängnis rund 3.000. In allen Gefängnissen kommt es regelmäßig zu Fluchtaktionen, Meutereien und Mordanschlägen, da die Kontrollen und Sicherheitsvorkehrungen nur ungenügend sind. Allein in den letzten sieben Jahren starben rund 450 Gefangene.

CC BY-SA 4.0 HONDURAS: CIDH verurteilt Zustände in honduranischen Gefängnissen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

„Uns bringt das Erdöl gar nichts!“ Von Darius Ossami (Berlin, 25. Dezember 2017, npl). Der Staat, private Unternehmen und internationale Konzerne - sie alle fördern seit Jahrzehnten Erdöl im peruanischen Amazonasgebiet. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Umweltverschmutzungen und zu Konflikten mit den dort lebenden Indigenen. Für viele der Ölaustritte ist eine Pipeline verantwortlich, die von den Ölfeldern im Amazonasgebiet bis zu den Häfen an der Küste führt. Die Pipeline "Oleoducto Norperuano" ge...
Welle von Verfassungsklagen gegen umstrittenes Sicherheitsgesetz Von Gerd Goertz (Mexiko-Stadt, 19. Januar 2018, npl).- Die Diskussion um das Ende vergangenen Jahres vom mexikanischen Abgeordnetenhaus und dem Senat mit den Stimmen der Regierungsmehrheit und Teilen der konservativen Oppositionspartei PAN verabschiedete Gesetz zur Inneren Sicherheit (siehe Poonal Nr. 1281) wird vor dem Obersten Gerichtshof weiter geführt. Mehrere Tage vor Ablauf der entsprechenden Frist am 20. Januar hatte bereits die Stadt Cholula eine Verfassungskla...
Aktivistin Milagro Sala erneut verhaftet Von Maylin Vidal (Buenos Aires, 17. Oktober 2017, cimacnoticias/prensa latina).- Seit Mitte Oktober macht die Nachricht Schlagzeilen in allen argentinischen und auch einigen ausländischen Zeitungen: Die argentinische Aktivistin Milagro Sala muss wieder ins Gefängnis. Der Beschluss sorgte für heftige Kritik seitens verschiedener internationaler Organisationen. “Es ist wie ein Alptraum, aus dem ich nicht aufwachen kann“, twitterte Sala über den Account der Tupac Amaru-Or...
Regierung zeigt kein Interesse am Schicksal der 43 aus Ayotzinapa (Oaxaca-Stadt, 27. September 2017, educa/desinformémonos).- Drei Jahre nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen der 43 Lehramtsstudenten aus Oaxaca hält die mexikanische Regierung noch immer an ihrer Version der „historischen Wahrheit“ fest. Die wahren Schuldigen seien noch immer nicht bestraft worden, beklagten Organisationen der Zivilgesellschaft und Angehörige der verschwundenen Lehramtsstudenten am 26. September. Trotz des durch das schwere Erdbeben vom 19. September ausge...
Jugendlicher Exodus in Richtung USA – Flucht vor Perspektivlosigkeit und Gewalt Ein Armenviertel irgendwo in Guatemala. Nicht asphaltierte, enge, dreckige Straßen - Bretterbuden. Sara schneidet sich die Haare kurz, bindet sich die Brüste ab, zieht sich als Junge an, nimmt eine Pille zur Empfängnisverhütung. Sara will in die USA, den Tausende Kilometer weiten, gefährlichen Weg durch Mexiko. Und sie weiß, was ihr als Mädchen passieren kann... So beginnt „La Jaula de Oro“, “Der Goldene Käfig”. Der in Cannes und Zürich preisgekrönte Film des spanisch-mexikan...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.