Bolivien

Hoffnung auf die Schaffung einer Wahrheitskommission


„Damit es Gerechtigkeit gibt, muss es Wahrheit geben“

Für Amnesty International ist dies ein erster Schritt auf einem langen Weg zur Gerechtigkeitsfindung und Entschädigung aller Opfer. „Diese Verpflichtung zur Wahrheit ist ein Schritt nach vorne, angesichts der großen Schuld Boliviens gegenüber den Opfern von Folter, willkürlichen Verhaftungen und gewaltsamem Verschwinden lassen, die in den dunkelsten Stunden der Geschichte stattfanden. Damit es Gerechtigkeit gibt, muss es Wahrheit geben“, erklärt María José Eva, Rechercheurin von Amnesty International für Südamerika.

Ihrer Meinung nach müssen die Behörden sicherstellen, dass diejenigen, die die Verletzungen der Menschenrechte angeordnet und begangen haben, vor Gericht gebracht und die Opfer vollständig entschädigt werden.

Wahrheitskommission soll auf den Weg gebracht werden

Nach einer Anhörung vor der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) der Organisation Amerikanischer Staaten OEA (Organización de los Estados Americanos) in Washington kündigte der stellvertretende Generalstaatsanwalt für Verteidigung und die gesetzliche Vertretung Boliviens die Bildung einer interinstitutionellen Kommission an. Diese solle einen Gesetzesentwurf zur Schaffung der Wahrheitskommission unter Beteiligung der Zivilgesellschaft entwickeln.

Nach Angaben von lokalen Menschenrechtsorganisationen wurden während der aufeinanderfolgenden Militärdiktaturen Boliviens willkürlich tausende Menschen festgenommen und gefoltert. Außerdem geht man davon aus, dass mindestens 150 Personen Opfer von Zwangsverschleppungen geworden sind.

Weitere 40 Personen wurden in anderen Ländern der Region festgenommen und verschwanden später im Zusammenhang mit der Operation Condor – einer koordinierten Aktion von Führungen diverser diktatorischer Regimes Südamerikas mit dem Zweck, Oppositionelle und Dissident*innen während der 1970er Jahre auszuschalten.

CC BY-SA 4.0 Hoffnung auf die Schaffung einer Wahrheitskommission von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Fujimoris Aussichten auf Begnadigung Von Andrés Alsina Peru_Fujimori 2008 während des Prozesse - Von Iamtheboo - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,.jpg (Montevideo, 29. Juli 2017, la diaria).- In Peru wird erneut über eine mögliche präsidentielle Begnadigung des 78-jährigen Alberto Fujimori diskutiert. Laut einem Artikel der New York Times haben sich seine Chancen dafür verbessert; sie stehen gerade so gut wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Humala und Fujimori wurden sich nicht einig Die Begnadig...
Journalist*innen gegen das Schweigen Mexikos Journalistinnen und Journalisten leben gefährlich: Mindestens 126 Medienschaffende wurden seit dem Jahr 2000 ermordet, etwa 30 gelten als verschwunden. Viele mussten sterben, weil sie im Dunstkreis von Banden der organisierten Kriminalität, korrupten lokalen Politikern und Sicherheitskräften recherchierten. Doch auch auf höchster staatlicher Ebene will man die Reporter im Blick behalten: Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Mitarbeiter von Behörden Pressevertreter, ...
onda-info 413 Im Fokus unserer Sendung: das Konzept des Guten Lebens. Auf Spanisch: buen vivir, auf Quechua Sumay Kawsay und auf Aymara Suma Qamaña. Der Ansatz ist in den andinen Kulturen Südamerikas entstanden und wird dort seit Jahrhunderten praktiziert. Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften – im Einklang mit der Natur. Unser onda-Hinhörer bringt den Begriff in anderthalb Minuten noch mal auf den Punkt. Mit Stimmen aus Lateinamerika und Deutschland. Danach bleiben wir hierzulande: In B...
Bergbaufreie Zone in Guerreros Hochland Von Gerold Schmidt Herlinda Solano will keinen Bergbau auf dem Territorium der Gemeinde / Foto: MR-Zentrum Tlachinollan (desinformemonos) (Mexiko-Stadt, 26.Juli 2017, npl).- Die me'phaa-Gemeinde San Miguel del Progreso (von den me'phaa selbst Júba Wajíin genannt) im Bundesstaat Guerrero erreichte in ihrem Kampf gegen Bergbaukonzerne einen Urteilsspruch, der von Expert*innen als „historisch“ eingestuft wird. Die zuständige Richterin am Distriktgericht in Chilpancingo, d...
Bundesstaat Coahuila: Morde, Verschwindenlassen und Folter sollen vor den Internationalen Strafgerichtshof Zumindest in Coahuila wohl nicht nur ausschließlich im Auftrag des Staates im Einsatz: Die mexikanische Bundespolizei / Foto: Jesus Villaseca Perez, CC_BY-NC-SA 2.0 (Mexiko-Stadt/Berlin, 23. Juli 2017, poonal).- Am 6. Juli übergab die Internationale Föderation für Menschenrechte FIDH (International Federation for Human Rights) gemeinsam mit mehr als 100 mexikanischen Organisationen dem Internationalen Strafgerichtshof in den Haag (IStGH) einen detaillierten Bericht* über ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.