Paraguay

Haushaltsdefizit: Fast 4.000 Staatsbedienstete verlieren ihren Job


(Venezuela, 20. September 2013, telesur).- Die massive Entlassungswelle betreffe vor allem das Landwirtschaftsministerium und das Gesundheits- und Bildungsministerium, erklärte Humberto Peralta, Minister für Staatswesen. Grund seien fehlende Mittel, um die Löhne der Angestellten zu zahlen.

Das Landwirtschaftsministerium hat bereits 1.600 Verwaltungsangestellte darüber informiert, dass ihre Verträge gekündigt werden. Gesundheitsminister Antonio Barrios sprach von 400 Mitarbeiter*innen am zentralen Sitz des Ministeriums, die ihren Job verlieren werden. Vermutlich würden jedoch noch mehr Angestellte von dieser Kündigungswelle betroffen sein, so Barrios.

Größtes Haushaltsdefizit in der Geschichte Paraguays

Nach Angaben der Finanzbehörden vom Juli 2013 beläuft sich das von der Regierung Franco hinterlassene Haushaltsdefizit auf mehr als 430 Mio. US-Dollar. Ein Bericht der paraguayischen Zentralbank sprach bereits 2012 von einem Haushaltsdefizit von 458 Mio. US-Dollar. Das ist bisher der größte Schuldenberg in der Geschichte des Landes.

Die Buchprüfer*innen beschreiben die Situation in Paraguay als alarmierend. So würden aufgrund der fehlenden Mittel im Staatshaushalt für den kommenden Monat 400 Mio. US-Dollar an Bezügen nicht ausgezahlt werden können, berichtet die Nachrichtenagentur Prensa Latina.

Zahlungsunfähige Ministerien

Die Regierung Cartes macht Ex-Präsident Federico Franco für das Defizit in der Staatskasse verantwortlich. Franco hatte die Regierungsgeschäfte nach der umstrittenen Amtsenthebung des gewählten Präsidenten Fernando Lugo übernommen hatte.

Vom Haushaltsdefizit seien fast alle öffentlichen Einrichtungen der Regierung betroffen. Mehr als 85 Ministerien, Instituten und Zentralstellen fehlen für dieses Jahr jegliche Mittel, um Löhne auszuzahlen und eingegangene finanzielle Verpflichtungen zu bedienen.

Lehrer*innen und Angestellte des Gesundheitswesens protestieren massiv gegen ihre schlechten Arbeitsbedingungen, verzögerte oder ausbleibende Lohnzahlungen und Entlassungen.

CC BY-SA 4.0 Haushaltsdefizit: Fast 4.000 Staatsbedienstete verlieren ihren Job von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Kein Recht auf Gesundheit Volles Wartezimmer, mangelnde Versorgung. Eine Krebsklinik in Venezuela. Foto: Wolf-Dieter Vogel Venezuela galt einst als vorbildlich: Im Kampf gegen den Hunger und für Gesundheit hatte das Land im vergangenen Jahrzehnt große Fortschritte erzielt. Aber die Sache hatte einen Haken: Das gesamte Sozialsystem war durch den Verkauf von Erdöl finanziert, schließlich verfügt der Staat über umfangreiche Vorkommen des schwarzen Goldes. Doch seit der Ölpreis auf dem Weltmarkt um di...
Kein Recht auf ein gesundes Leben Von Wolf-Dieter Vogel Gesundheitssystem in der Krise: Krebsklinik in Venezuela / Foto: Wolf-Dieter Vogel (Caracas-Mexiko-Stadt, 14. Oktober 2017, npl).- Die sozialistische Regierung von Venezuela legte einst großen Wert auf eine gute Krankenversorgung. Doch inzwischen fehlt für Medizin und Ausrüstung das Geld. Das Gesundheitssystem des Landes kollabiert. Medikamente für die Chemotherapie? Sieht schlecht aus. Blutkonserven? Haben wir keine. Schmerzmittel? Gibt es nicht....
NAFTA: Irreführende Botschaften Von Ana de Ita Was kann die Neuverhandlung von NAFTA bringen? / Mexikanische Ackerfurche, Foto: Neil Smitz, CC_BY-NC-SA_2.0, flickr (Mexiko-Stadt, 10. September 2017, la jornada).- Zu Beginn der zweiten NAFTA-Verhandlungsrunde, die mit seinem fünften Regierungsbericht zusammenfiel, verbreitete der mexikanische Präsident Peña Nieto: „Wir sind der zwölftgrößte Nahrungsmittelproduzent in der Welt...Erstmals in 20 Jahren exportieren wir mehr Lebensmittel als wir importiere...
Glyphosat macht Krebs: Feldforschungen im Sojaanbaugebiet Von Christian Rollmann, Rosario Feldforschungen im Sojaanbaugebiet / Foto:Christian Rollmann (Berlin, 03. September 2017, npl).- Soja macht die Menschen in den argentinischen Anbauregionen reihenweise krank, das zeigen Untersuchungen der Universität Rosario. In einem einzigartigen Projekt erfassen engagierte Mediziner*innen, welche Krankheiten sich in den Sojagebieten häufen. Soja, Glyphosat und Krebs – das ist der traurige Dreiklang, der dabei immer wieder zu Tage tri...
Übertragung des HIV-Virus von infizierten Schwangeren auf ihre Kinder eingedämmt (Lima, 28. Juni 2017, noticias aliadas-poonal).- Nicaragua veröffentlichte am vergangenen 13. Juni einen Bericht zur Situation von HIV-Aids im Land. Der erste Fall war 1987 bekannt geworden. Seither wurden im Land 12.157 Menschen mit HIV registriert. Dabei handelte es sich in 65 Prozent der Fälle um Männer, 35 Prozent der Infizierten waren Frauen. Während der vergangenen 30 Jahre sind 20 Prozent der Infizierten (2.429 Personen) gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsminist...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.