Mexiko

Harte Kritik an Transgenen von mexikanischem Experten


Mais_Mexiko-gelagerter Mais in Chiapas_Foto_LonundQueta_ CC BY-NC-SA 2.0

Chiapas – Gelagerte Maiskolben aus kleinbäuerlicher Produktion / Foto: Lon&Queta, CC BY-NC-SA 2.0

(Mexiko-Stadt/Berlin, 21. August 2016, la jornada-poonal).- Der Biologe und frühere Rektor der Autonomen Nationaluniversität Mexikos (UNAM), José Sarukhán, sprach sich im Rahmen eines Vortrages mit für seine Verhältnisse ungewöhnlich deutlichen Worten gegen den Anbau genveränderter Pflanzen in Mexiko. Den Aussagen kommt besondere Bedeutung zu, da Sarukhán auch Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Präsidentenamtes ist.

Mexiko sei nicht auf die Transgene vorbereitet, so Sarukhán, im Land könne nicht angemessen mit diesen Technologien umgegangen werden. Er erklärte, beim Grundnahrungsmittel Mais „werden wir Ernährungssouveränität verlieren, wenn wir die genetische Vielfalt nicht nutzen“. Genmais würde zudem „kein Kilo mehr“ pro Hektar produzieren als die im Land existierenden Sorten und den mexikanischen Bauern und Bäuerinnen nichts bringen. Die Behörden würden das Thema nicht adäquat angehen und die Unternehmen interessiere nicht die Wertschätzung der Ernährung sondern der Gewinn.

Am Beispiel der genveränderten Baumwolle, für die mexikanischen Behörden vor Jahren die Pflanzgenehmigung gaben, hob er die Fragwürdigkeit entsprechender Risikoanalysen hervor. Obwohl die Expert*innen bei der Genbaumwolle zu dem Schluss kamen, eine Kontaminierung der wildwachsenden Baumwolle sei praktisch ausgeschlossen, hätten sie sich geirrt. In Mexiko gäbe es weder die Kapazität zu schützen noch zu überwachen. Beim Transport der Genbaumwolle hätten die Lkw Material verloren. Jetzt „gibt es genetische Konstrukte, die mit dem Wildwuchs vermischt sind obwohl sie [die Genbaumwolle] kilometerweit entfernt ausgesät wird“. (Quelle:  )

CC BY-SA 4.0 Harte Kritik an Transgenen von mexikanischem Experten von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Wildwachsende mexikanische Baumwolle mit Transgenen von Elena Álvarez-Buylla Roces und Alma Piñeyro* (Mexiko-Stadt, 11. Oktober 2011, la jornada/npl).- Kontaminierte mexikanische Baumwolle: In einem jüngst in Molecular Ecology veröffentlichten Artikel berichten wir über das Vorhandensein von Transgenen aus genveränderter Baumwolle in wildwachsenden Beständen dieser Kulturpflanze in Mexiko. Dieser Genfluss kam zustande, obwohl die wildwachsenden Bestände sich tausende Kilometer von den Standorten entfernt befinden, an denen Gen...
Großzügige Ausschüttung von Ceccam (Berlin, 23. Januar 2015, poonal).- Nach Recherchen der mexikanischen Zeitschrift Contralínea setzten Multis bei Transportunfällen in Mexiko binnen weniger Jahre 800 Tonnen genveränderten Mais und Reis frei. So habe es von 2010 bis 2013 mindestens sieben Transportunfälle in Mexiko gegeben, bei denen signifikante Mengen von genverändertem Mais und Reis mit der freien Natur in Berührung kamen. Contralínea beruft sich auf Angaben und Berichte der Interministeriellen ...
Transgene Kollateralschäden von Silvia Ribeiro* (Mexico-Stadt, 28. Juni 2014, la jornada).- Fast zwei Jahrzehnte nach der kommerziellen Freigabe der gentechnisch manipulierten Anbaukulturen sind viele der schweren Schäden, vor denen Kritiker*innen warnten, belegt. Einer besteht in der transgenen Verunreinigung anderer Anbaukulturen und verwandter Wildpflanzen sowie der damit verbundenen Folgen für das Ökosystem. Dieses Thema wollen die Unternehmen nicht diskutieren. Die Regierungen, die transgene Pflan...
Monsanto-Bayer und die digitale Kontrolle der Landwirtschaft Von Silvia RibeiroMexiko_Mais_archivo-de-proyectos-CC_BY-NC-SA_2.0-flickr-1.jpg (Mexiko-Stadt, 17. September 2016, La Jornada).- Am Mittwoch, 14. September, akzeptierte Monsanto schlussendlich die dritte Kaufofferte von Bayer. Damit wird Bayer das größte globale Unternehmen für Agrargifte und Saatgut, nachdem es bereits einer der weltweit bedeutendsten Pharmakonzerne ist. Trotz der Dimension und der weitreichenden Implikationen handelt es sich jedoch nur um eine von ...
Landesweite Bauernproteste in Guatemala Von Barbara Klitzke RozasGuatemala_Blockade am Knotenpunkt Cuatro Caminos-Totonicapan, Bildquelle: Facebook.com(16. Mai 2016, amerika21.de).- Mehrere tausend Kleinbauern und Kleinbäuerinnen haben in Guatemala 29 zentrale Hauptverkehrsachsen im ganzen Land blockiert, um auf Ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Zum nationalen Streik am 11. Mai hatten die Nationale Koordination der Bauernorganisationen, das Komitee für die Bäuerliche Entwicklung (CODECA) und der Verband ...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.