Ecuador

Handschellen weg – Leitung indigener Organisationen wegen Terrorismus angeklagt


(Rio de Janeiro, 08. Juli 2010, púlsar).- Die Staatsanwältin Dora Mosquera aus der Stadt Otawalo (Provinz Imbabura) hat vier Leiter*innen von indigenen Organisationen wegen vermuteter Sabotage und wegen Terrorismus angeklagt. Unter den Angeklagten befinden sich auch der Präsident der CONAIE, Marlon Santi sowie der Geschäftsführer der Konföderation der Völker der Kichwa in Ecuador ECUARANI (Confederación de Pueblos de la Nacionalidad Kichwa del Ecuador), Delfín Tenesaca.

Obwohl die CONAIE einen friedlichen Weg gehe, werde sie der Destabilisierung des Landes, des Terrorismus und der Sabotage bezichtigt, kritisierte Santi, der das juristische Vorgehen als „politische Verfolgung“ der Regierung Correa gegen indigene Organisationen wertete.

Die Anklage erfolgte nach Angaben von CONAIE, weil der Polizei bei Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrant*innen am 25. Juni im Zuge des Treffens der Indigenen Völker der ALBA-Staaten Handschellen abhanden gekommen seien. Der Anwalt des CONAIE-Präsidenten, Mario Melo erklärte, die Anklage wegen Terrorismus und Sabotage aufgrund des Verschwindens von Handschellen sei völlig unverhältnismäßig und absurd.

Die Föderation der Indigenen Nationalitäten Ecuadors CONAIE (Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador) wies in einer am 1. Juli im Internet veröffentlichten Erklärung die Vorwürfe wegen Terrorismus und Sabotage zurück und kündigte Protestaktionen an.

CC BY-SA 4.0 Handschellen weg – Leitung indigener Organisationen wegen Terrorismus angeklagt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Todesstrafe als Schutz vor „Terrorakten“ ? Zuviel Gewalt im Land, da soll die Todesstrafe abschrecken? / Foto: hueso2009, cc by-nc-sa 2.0 (Lima, 28. August 2017, noticias aliadas).- Guatemalas Regierung ließ am vergangenen 23. August verlauten, derzeit werde geprüft, ob die Todesstrafe wieder ausgeführt werde. Diese ist seit dem Jahr 2000, als zwei zum Tode verurteilte Geiselnehmer durch eine Injektion getötet wurden, sie nicht mehr ausgeführt worden. Die Verfassung lässt die Anwendung der Todesstrafe jedoch zu. ...
Aufklärung des Mordes an Berta Cáceres? Sie musste ihren Kampf mit dem Leben bezahlen. Am Grab der Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres. Foto: Erika Harzer Am 2. März 2016 wurde Berta Cáceres in La Esperanza, Intibucá, Honduras, ermordet. Auftragskiller erschossen die weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannte Feministin, Menschenrechts- und Umweltaktivistin und Anführerin des Rates der indigenen Völker von Honduras COPINH. Mehr als 16 Monate sind seitdem vergangen. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungsh...
onda-info 409 Hallo und willkommen zum onda-info 409! Wir haben gleich drei schicke Beiträge für euch! Kolumbien: Über 300 Seiten ist er dick, der Friedensvertrag, den die kolumbianische Regierung und FARC-Guerilla ausgehandelt haben. Doch der Weg zu einem wirklichem Frieden ist weit. Helfen sollen dabei  Community Radios. Wie das geht? Wir haben uns bei Radiomachenden vor Ort umgehört. Costa Rica: Das kleine Land lebt von seinem Öko-Image. Doch Dank Globalisierung und Freihandel ist C...
Indigene fordern Amnestie als Vorbedingung für Dialog Mitglieder der Conaie bei einer Demonstration in Quito vor zwei Jahren. Foto: Carlos Rodríguez/ANDES (CC BY-SA 2.0) (Berlin, 4. Juni 2017, poonal).- Die Vereinigung der indigenen Nationalitäten Ecuadors Conaie (Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador) hat am 30. Mai der Nationalversammlung in Ecuadors Hauptstadt Quito einen Besuch abgestattet und von der neuen Regierung eine Amnestie und Begnadigung für insgesamt 197 Menschen gefordert. Der indigene Dachverb...
Indigene Marathongewinnerin mit Rock und Sandalen Die 22-jährige Indigene María Lorena Ramírez gewinnt einen Marathonlauf in Sandalen und Rock. Foto: Servindi (Lima, 22. Mai 2017, servindi/hispantv).- Es ist eines der Bilder, von denen ganz Mexiko spricht: Eine junge Indigene hat den Bergmarathon in der Gemeinde Cerro Rojo, im Bundesstaat Puebla gewonnen. Und das ganz ohne professionelle Ausrüstung: ohne Sportschuhe, ohne speziellen Läufergürtel für Verpflegung und Getränke, sondern nur bekleidet mit einem Rock und einfa...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.